Freitag, 14. Juni 2013
Dienstag, 11. Juni 2013
Brot oder Bibel
Nachdem die ersten Tage für uns zum Ankommen waren, sind wir nun voll drin in unserem Programm. Am Wochenende konnten wir das erste Mal bei den WEC Begegnungstagen dabei sein und viele Leute treffen, die uns ganz treu in unserer Arbeit unterstützen. Auch wenn die vielen Leute zum Anfang doch eine Herausforderung für uns waren, so haben wir das Miteinander und die ehrlichen Gespräche sehr genossen.
Zu diesem Anlass wurde ich angefragt, ein Seminar zum Thema: "Wie viel Diakonie braucht die Mission?" zu halten. Brot oder Bibel? Oder vielleicht doch: Brot und Bibel? Und wenn ja, in welchem Verhältnis?
Auch dies war eine Herausforderung - nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Der erste Vortrag nach 2,5 Jahren auf Deutsch und plötzlich merkt man, wie viele englische Wörter und Satzkonstruktionen man im Kopf hat.
Doch der Vortrag lief an sich total super und heute durfte ich zum gleichen Thema an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen noch etwas erzählen. Auch das eine sehr spannende Geschichte und eine unglaubliche tolle Erfahrung.
Freitag, 7. Juni 2013
Angekommen II
Vor fünf Tagen sind wir in Deutschland angekommen - jedenfalls physisch. Psychisch dauert es etwas länger und wir sind immer noch dabei, uns zu orientieren, emotional hinterher zu kommen und etwas Ruhe zu finden. Daher war es sehr gut, dass wir in den ersten Tagen bei unseren Eltern waren und erst einmal keine Verpflichtungen hatten.
Ab morgen werden wir ziemlich viel unterwegs sein: Zuerst in Eppstein zu den WEC Begegnungstagen, dann zwei Tage bei Stephan´s Bruder in Kassel und von dort zur Gemeindefreizeit unserer Chemnitzer Gemeinde. Natürlich freuen wir uns auf die einzelnen Sachen und jede Begegnung. Und doch wissen wir manchmal gar nicht so richtig, was wir erwarten sollen. Vieles hat sich in der Zwischenzeit in Deutschland verändert und auch die Zeit in Südafrika hat Spuren in uns hinterlassen.
Montag, 3. Juni 2013
Angekommen
Nun haben wir es geschafft. Genau 24 Stunden nachdem wir in Melusi gestartet sind, konnten uns unsere Eltern und Großeltern am Sonntag Vormittag auf dem Dresdner Flughafen in Empfang nehmen. Da die Kids sogar einige Stunden im Flugzeug schlafen konnten - alle drei haben super mitgemacht - sind Ben.Luca und Elisa.Joy voller Freude in die Arme beider Großeltern gerannt. Sie hatten sich so darauf gefreut.
Auch wenn wir nicht glauben können, dass dies der deutsche Sommer sein soll - kommen wir doch aus dem südafrikanischen Winter mit täglich 20-25° und viel Sonnenschein - so freuen wir uns doch sehr, wieder hier zu sein. Die Kinder sind begeistert, mit den Großeltern zu spielen und wir versuchen erst einmal, etwas zur Ruhe zu kommen.
Freitag, 31. Mai 2013
Jetzt geht´s los
Nur noch ein Mal schlafen und dann machen
wir uns auf den Weg nach Deutschland. Die Koffer sind gepackt, die meisten Dinge
vorbereitet. Es kann losgehen.
Wir sind sehr gespannt, aufgeregt und zu
gleich auch etwas nervös. Doch vor allem freuen wir uns auf die
vor uns liegenden Wochen und die Möglichkeit, viele von euch
persönlich zu sehen.
Mittwoch, 29. Mai 2013
Baba M. und sein Haus
"Nichts geht mehr" - unter dieser Überschrift haben wir vor ein paar Wochen davon berichtet, wie schwer es ist, richtig zu Helfen. Baba M. lebte mit seiner Familie in einem Haus, was diesen Namen nicht verdiente. Unwirkliche Lebensbedingungen - vor allem für seine drei Kinder. Doch trotz aller Bemühungen und Hilfen unsererseits schien er nicht wirklich gewillt zu sein, etwas dagegen zu tun. Ein halbfertiges Haus stand monatelang neben seiner Hütte und von uns zur Verfügung gestelltes Material wurde in Bier umgewandelt. Wir fanden ihn mehr und mehr betrunken vor.
Vor zwei Wochen bot sich uns eine Gelegenheit, mit seiner Frau darüber zu reden. Sie wollte das neue Haus fertigstellen, doch hatte selbst keine Möglichkeit dazu. So arbeitete sie letzte Woche vier Tage in Melusi und im Gegenzug haben wir ihr das Haus gestern fertiggestellt. Sogar ihr Mann war nüchtern und hat uns tatkräftig unterstützt.
Als wir heute wieder vorbeikamen, gab es die größte Überraschung. Baba M. - der immer noch nüchtern war - strahlte uns aus einem Erdloch an. Er war gerade dabei, aus den restlichen Platten seiner alten Hütte ein Toilettenhaus zu bauen. Wir mußten ihn dazu nicht auffordern, drängen oder überreden. Es scheint so, als ob die Familie gestern nicht nur ein neues Haus bekommen, sondern dass sich durch unsere Hilfe auch etwas in Baba M. verändert hat.
Sonntag, 26. Mai 2013
[UN]HAPPY BIRTHDAY
Simphiwe ist gestern vier geworden. Ein Grund zum Feiern. Doch bevor die Party steigen konnte mußte er zum wiederholten Mal ins Krankenhaus. Seine Lunge ist nicht in Ordnung und da Simphiwe HIV-positiv ist, kann jede "Kleinigkeit" für ihn zu einer lebensbedrohlichen Angelegenheit werden.
Simphiwe wurde mit 1,5 Jahren von einem
Melusi-Mitarbeiterehepaar als Pflegekind aufgenommen. Die Zeit vorher
hat er vor allem im Krankenhaus verbracht, da seine Mutter an Aids
gestorben ist und sein Vater sich nicht um ihn gekümmert hat. Sein
Entwicklungsstatus war damals dem eines Babys gleich. Heute kann man
seine geistige Entwicklung mit der von Jo.Ann [1 Jahr / 2 Monate]
vergleichen.
Seine Eltern wollten ihm eine besondere Freude machen und haben viele Kinder zu seiner Geburtstagsparty eingeladen. Doch nur selten konnte er sich darüber freuen. Zu erschöpft war er durch die Krankheit und den Krankenhausbesuch. Auch nach der Party mußte er wieder für ein paar Stunden ins Krankenhaus und hatte danach eine katastrophale Nacht. Von wegen "HAPPY BIRTHDAY".
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