Dienstag, 25. Dezember 2018

Strandurlaub im Dezember

Auch dieses Jahr sind wir mit Beginn der südafrikanischen Sommerferien Anfang Dezember wieder für zwei Wochen in den Campingurlaub ans Meer gefahren. Hatten wir es in den letzten Jahren oft nicht so gut mit dem Wetter abgepaßt, so konnten wir uns dieses Jahr über ausreichend Sonne und viele Strandtage freuen.
Nach einem enorm intensiven und arbeitsreichen Jahr tat uns diese Pause richtig gut. Zeit als Familie, Zeit zum Luftholen, Zeit zum einfach mal Nichtstun und für nichts verantwortlich sein. Es war für uns alle gut, mal Abstand von der Arbeit und den täglichen Anforderungen zu bekommen und viel Zeit miteinander zu haben. Eine wirklich toller Urlaub. [Bilder]

Dienstag, 4. Dezember 2018

Große Schwestern

In den letzten Jahren gab es viele Mitarbeiterkinder in Melusi. So hatten unsere Kinder automatisch immer jemanden zum Spielen vor Ort. Da einige Familien aber wieder zurückgegangen sind und eine weitere Familie im Heimataufenthalt ist, gibt es momentan in Melusi so wenig Kinder wie lange nicht mehr. Da ist es für unsere Kinder ein besonderes Geschenk, dass wir dieses Jahr einige Kurzzeitlerinnen haben, mit denen sie sich richtig super verstehen. Es ist als hätten sie plötzlich große Schwestern bekommen.

"Unsere fünf Töchter": Damaris, Selma, Sophie, Elisa-Joy und Jo-Ann

Sonntag, 25. November 2018

Good Bye

Vor wenigen Wochen ist Andre und seine Frau Monica Richtung Kapstadt gezogen. Ihre drei Töchter studieren dort in der Nähe und so war es für sie naheliegend, ihnen zu folgen. Als Familie sind sie vor über 20 Jahren nach Dundee gekommen. Andre war ein hochangesehener Privatarzt und dadurch überall bekannt. Sie gehörten seit kanpp 20 Jahrne auch zu Melusi und waren für uns in dieser Zeit eine unwahrscheinliche Stütze. In den letzten Jahren ist er zu einem unserer besten Freunde hier geworden. Jede Woche haben Peter [Leiter von Melusi], Andre und ich mich zum Männerfrühstück getroffen und vieles miteinander geteilt. Doch nun sind sie Richtung Kapstadt gezogen und haben eine große Lücke in Dundee und Melusi hinterlassen.

Peter, Andre und ich beim Abschied
Andre und seine Familie sind aber nicht die einzigen, die aus unserer Gegend wegziehen. Mehr und mehr Weiße verlassen Dundee, wanderen aus oder ziehen Richtung Kapstadt oder anderen Gegenden in Südafrika, in denen es noch deutlich mehr Weiße gibt als bei uns. Dundee und eine kleine Nachbarstadt haben momentan ca. 50.000 Einwohner, wovon ca. 10% Weiße sind. Dies wird sich aber in den nächsten Jahren deutlich verändern. Steigende Kriminalität, zunehmende Übergriffe auf weiße Farmer, drohende Landenteignungen ohne Entschädigung von weißen Farmern, wachsende Korruption, Chaos in den Behörden und und und. Es gibt viele Gründe wegzuziehen. Auch die meisten jungen Menschen, die aus Dundee zum Studieren weggehen, kommen nicht wieder zurück. Es gibt kaum noch eine Perspektive für sie. Was in den Einzelfällen gut nachvollziehbar ist, wird für unsere Stadt zu einem zunehmenden Problem.

Samstag, 10. November 2018

Whoonga Boys

Wir waren gerade zum Einladen für unsere Jugendkonferenz unterwegs in einer Hüttensiedlung als mich ein junger Mann ansprach. Er wolle nicht nur zur Konferenz kommen, sondern bräuchte dringend Hilfe und würde gern als Resident in Melusi wohnen. Wenige Tage später stand er wirklich vor unserer Tür. Sein Problem: Whoonga - eine Art verunreinigtes Heroin. Billig und extrem gefährlich.
Heute ist Mzomuhle schon seit sieben Monaten in Melusi. Er ist frei von Whoonga, hat mit dem Rauchen aufgehört und sich vor ein paar Wochen taufen lassen. Seine Familie ist extrem stolz auf ihn und sein Leben hat wieder eine Zukunft.


Mzomuhle war der erste Whoonga-Boy, der aus den Townships von Dundee nach Melusi kam. Vorher hatten wir zwar eine zunehmende Anzahl von Drogenabhängigen, doch kamen diese meistens von weiter weg und wurden durch ihre Familien oder Bekannte nach Melusi geschickt. Doch seit ein paar Wochen hat es sich in Dundee herumgesprochen, dass Melusi Drogenabhängigen Hilfe anbietet. Eine private Reha können sich die meisten Familien nicht leisten, eine staatliche Reha gibt es nicht und das örtliche Krankenhaus bietet nicht einmal eine Entgiftung an. 
Durch die Zusammenarbeit mit einem Privatarzt können wir unseren Männer in den ersten Tagen eine Medizin geben, die ihnen durch die schwierigste Zeit hilft. Ohne diese Medizin oder eine Entgiftung ist es fast unmöglich, von Whoonga freizukommen. Zu stark sind die körperliche Schmerzen und das Verlangen nach der Droge.
Mzomuhle war der erste Whoonga-Boy. Doch mit ihm hat etwas angefangen, was uns momentan völlig überrollt. Zu der sowieso hohen Anzahl an Residents [wohnungslosen Männern] haben wir allein in den letzten vier Wochen 10 Jungs aus Dundee bekommen, die alle von Whoonga abhängig sind. Und mit jedem, der es schafft, davon freizukommen, spricht es sich weiter herum, dass Melusi Hilfe anbietet. Momentan wissen wir noch nicht, wie wir auf diese neue Entwicklung reagieren sollen. Denn selbst wenn wir den zehn Männern helfen können, gibt es noch weitere hundert, die dringend Hilfe benötigen.

Montag, 29. Oktober 2018

Besuch von Freunden

Relativ spontan hatte sich eine kleine Gruppe aus einer Gemeinde aus Fulda zu einem Arbeitsbesuch in Melusi angemeldet. Da wir weder die Gemeinde noch irgendeinen aus der Gruppe vorher kannten, wussten wir nicht so richtig, was wir erwarten konnten und waren recht gespannt auf unsere Gäste.

Wanderung in den Wolken

Doch wurden wir alle positiv überrascht. Vom ersten Tag an war die Gruppe ein absoluter Segen. Mit voller Leidenschaft und Begeisterung haben sie sich bei der Renovierung unserer Kids Church eingesetzt und nebenbei sich super mit unserem Team verstanden. Es war unglaublich wie in wenigen Tagen aus Fremden Freunde worden. Auch wenn die Gruppe nun wieder gefahren ist, so werden sowohl sie wie auch wir noch lange an diese gemeinsamen Tage denken. 

Sonntag, 21. Oktober 2018

Große Party im Himmel

Letzten Sonntag haben sich 15 Leute in Melusi taufen lassen. Ehemalige Drogenabhängige und Alkoholiker, die zu unseren Residents gehören, Frauen, die in Melusi für ein Lebensmittelpaket arbeiten, Leute, die zu unseren wöchentlichen Bibelstunden in den verschiedenen Townships kommen und Jungs, die an unseren Jugend-Bibelstunden teilnehmen - es war eine bunte Mischung aus ganz verschiedenen Leuten. Doch eins hatten sie alle gemeinsam: ihr altes Leben wollten sie ablegen und ein neues Leben mit JESUS anfangen. Es war beeindruckend, ihren Lebensberichten zu zuhören und die Veränderung in ihrem Leben zu sehen.
Auch wenn es genau an diesem Tag etwas kalt war und jeder nach der Taufe schnell nach Hause wollte, so gab es doch eine große Party im Himmel. "Genauso freuen sich die Engel Gottes über einen einzigen Sünder, der ein neues Leben anfängt." [Lukas 15.10]

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Mehr geht immer

Eigentlich hatten wir gedacht, dass unsere Kirche mit 300 Leuten völlig ausgelastet ist und an ihre Grenzen stösst. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir nur gut 150 Stühle hineinstellen können. Jedenfalls waren dies unsere Gedanken bis letzte Woche Freitag.


Für uns unglaubliche 450 Kinder und Jugendliche quetschten sich in unsere - gefühlt viel zu kleine - Kirche. Melusi Kindertag war angesagt und wir wurden förmlich überrannt von der Menge der Kinder. Wo auch immer man hinsah, es wimmelte nur so von kleinen und größeren Kindern. Es herrschte eine Freude und Begeisterung, die wir vorher nur selten so erlebt hatten. Die Kinder waren mit ganzem Herzen dabei, genossen es GOTT anzubeten, hatten unwahrscheinlich Spaß an den Spielen und waren natürlich auch super glücklich, ein leckeres Mittagessen zu bekommen.
Dieser Kindertag war der bisherige Höhepunkt unserer ständig wachsenden Arbeit unter Kindern. Momentan haben wir durchschnittlich ca. 130 Kinder im wöchentlichen Kindergottesdienst - zu besonderen Anlässen sind es auch deutlich mehr. Wobei damit auch unsere Räume für den Kindergottesdienst schon gut ausgelastet sind. Aber wir haben es ja nun gemerkt, mehr geht immer.