Mittwoch, 27. Dezember 2017

Weihnachten in Familie

Für die Tage über Weihnachten und Silvester dürfen wir auf einer Farm außerhalb Dundee's wohnen. Unter einer südafrikanischen Farm sollte man sich eher ein deutsches Landhaus als einen typisch deutschen Bauernhof vorstellen. Doch wie auch immer - wir genießen die Tage, die Ruhe, die Weite und die schöne Zeit als Familie.
Auch wenn unsere Weihnachtsdekoration dieses Jahr sehr spärlich ausgefallen ist, so haben wir es uns trotzdem etwas gemütlich gemacht. An Heiligabend haben wir gemeinsam die Weihnachtsgeschichte gelesen, zusammen gebetet, einige deutsche Weihnachtslieder gesungen, voller Freude Geschenke ausgepackt, im wunderschönen Garten Frisbee gespielt, mit Freunden gegrillt und mit unseren Eltern in Deutschland geskypt. Es war ein richtig schöner Tag. [Bilder]


Dienstag, 19. Dezember 2017

Campingurlaub

Sommer, Sonne, Strand - das war unsere Hoffnung für unseren zweiwöchigen Campingurlaub direkt am Strand des Indischen Ozeans. Doch leider gibt es selbst in Südafrika schlechtes Wetter und Regen. Wobei wir uns nach drei Jahren Dürre eigentlich nicht über Regen beschweren sollten. Nun ja, für unseren Urlaub hätten wir uns trotzdem mehr Sonnenschein gewünscht.
Nichtdestotrotz haben wir die Zeit sehr genossen. Es war unwahrscheinlich erholsam, mal alle Verantwortungen ablegen zu können und nicht immer erreichbar zu sein. Wir waren am Strand spazieren, Muscheln sammeln, in den Wellen baden, gemeinsam im Kino [für unsere Kinder das erste Mal in ihrem Leben], sind in eine tiefe Schlucht gewandert, haben faszinierende Tiere beobachtet, lagen zusammen im Zelt und haben gelesen, gespielt und zusammen gelacht. Es war eine tolle Zeit. [mehr Bilder gibt es hier]

Samstag, 2. Dezember 2017

Preisverleihung und Tschüß

Morgen geht es für zwei Wochen in den Zelturlaub. Der Anhänger ist gepackt und steht abfahrbereit vor unserem Haus. Nun fehlen nur noch die letzten Sachen. Sobald wir vom Gottesdienst zurück sein werden und alle Dinge übergeben haben, geht es nach einem Zwischenstopp in Durban zu einem kleinen Zeltplatz am Indischen Ozean. Die Vorfreude ist schon groß, liegen doch recht volle Tage und Wochen hinter uns.
Vor allem für unsere beiden Großen waren die letzten Tage aufregend. Gestern gab es Zeugnisse und davor gab es die für südafrikanischen Schulen sehr wichtigen Preisverleihungen. Diese Abende bilden immer den Höhepunkt und Abschluß eines Schuljahres.
In den unteren Klassen bekommt noch jeder Schüler eine Auszeichnung. So wurde Ben.Luca für gute Erfolge in allen Lernbereichen geehrt.
Ab Klasse 4 geht es dann deutlich leistungsorientierter zu. Nur noch die Klassenbesten und Schüler mit besonderen Errungenschaften werden ausgezeichnet. Zur großen Freude von Elisa.Joy [und ihren Eltern und Geschwistern] war sie mit dabei.  
Nun ist dies aber alles geschafft, das Schuljahr beendet und der Urlaub kann kommen.

Dienstag, 28. November 2017

Fest der Freiheit

Was für ein Tag, was für ein Fest [Bilder]. Am Sonntag durften wir 14 Leute im Namen Jesu taufen. Es war einfach unglaublich, die einzelnen Lebensgeschichten zu hören. Zu hören, was GOTT im Leben der einzelnen getan hat, wie er Dunkelheit in Licht verwandelt hat, Hoffnungslosigkeit in Freude, Angst und Furcht in Zuversicht. Doch vor allem war es ein Fest der Freiheit: Freiheit von Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Freiheit von Kriminalität und Gefängnis, Freiheit von Ahnenkult und Todesängsten, Freiheit von Schuldgefühlen und Minderwertigkeit ...
14 mal durften wir hören und erleben, was es bedeutet: "Wenn der Sohn [JESUS] euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei." [Johannes 8.36]


Montag, 20. November 2017

Hoher Besuch

In den letzten Tagen hatten wir hohen Besuch in Melusi. Für zwei Tage kamen Hans und Elfi Bohl, die Afrikaleiter unserer Missionsgesellschaft bei uns vorbei. Aufgrund einer großen internen Krise der Missionsgesellschaft in Südafrika wurde die Beziehung zu Melusi in einer unguten Art und Weise 2012 beendet. Nur aufgrund der Hartnäckigkeit des deutschen Zweiges der Organisation konnten wir damals in Melusi bleiben.
Doch seit Anfang des Jahres hat sich die Ausrichtung und die Leitung unserer Missionsgesellschaft in Südafrika deutlich verändert und Hans und Elfi kamen nun bewusst bei uns vorbei, um die Beziehung zu Melusi offiziell wieder herzustellen. Es war für uns eine ganz starke Geste und ein toller Neuanfang.

Samstag, 4. November 2017

Wasser, Wasser


Die letzten Tage hatte ich [Stephan] das Privileg an einer Konferenz unserer Missionsgesellschaft in Kapstadt teilzunehmen. Ein wunderschönes Haus, direkt vor uns ein traumhafter Strand, hinter uns der weltberühmte Chapmans Peak Drive - eine wahrhaft grandiose Umgebung. Dummerweise wurde nur am Tag unserer Ankunft der Wasserzähler des Hauses durch die örtliche Wasserversorgung verändert, da es zu deutlichen Wassereinschränkungen aufgrund der extremen Dürre in Kapstadt kommen sollte. Leider lief dabei etwas schief und der veränderte Wasserzähler lies überhaupt kein Wasser mehr durch. Alles Beschweren half nichts: wir hatten keinen Tropfen fließendes Wasser für die gesamte Woche. 


Was zum Anfang noch ganz lustig ist, wird spätestens beim Gang zur Toilette zu einer echten Herausforderung. Die Mitarbeiter des Hauses gaben ihr Bestes, um jeden Tag wenigstens etwas Wasser für die Toilettenspülung und das notwendigste anzufahren. Aus der Not heraus habe ich mein Badezimmer kurzerhand an den Strand verlegt, bin Schwimmen gegangen und habe mich hinterher mit einer großen Schüssel an einem kleinen Wasserhahn abgeduscht. Das ging ganz gut, hat aber leider nicht gegen den wachsenden Bart geholfen.

 
Die Konferenz an sich war richtig schön und ich durfte tolle neue Beziehungen aufbauen. Doch, was von dieser Woche vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist die Erfahrung, einen Ozean direkt vor sich zu haben und trotzdem nicht die Möglichkeit zu besitzen, sich einfach Zähne zu putzen, Hände zu waschen oder Duschen zu können.
Frisches Wasser ist kostbar. Man lernt es erst richtig zu schätzen, wenn man es mal nicht mehr hat.

Montag, 30. Oktober 2017

Tuberkulose

Eins, zwei, drei ... binnen weniger Tage sind drei unserer Residents positiv auf Tuberkulose getestet wurden. Die Krankheit, die in Deutschland schon lange kein großes Problem mehr darstellt, ist in unserer Region von Südafrika eine der häufigsten Todesursachen. Mehr als 10% aller Todesfälle in KwaZulu-Natal gehen auf TBC zurück. Insgesamt gibt es knapp 500.000 Tuberkulose Erkrankte in Südafrika [eine der höchsten Raten weltweit], wovon über die Hälfte auch mit HIV infiziert ist. All diese Zahlen sind reine Statistik und normalerweise betrifft uns dies nicht sehr - mal davon abgesehen, dass ca. 80% der Südafrikaner in gewisser Weise den Erreger in sich tragen.
Doch nun hat sich die Situation für uns etwas verändert. In den ersten beiden Wochen nachdem die Krankheit festgestellt wurden ist und man mit einer halbjährigen Medikamenten-Kur angefangen hat, zählt man noch als ansteckend. In dieser Zeit sollte man engen Kontakt zu anderen vermeiden und am besten in einem separaten Raum schlafen. Vor allem das letztere ist für unsere Residents schwierig.
Nachdem nun drei unserer Männer von TBC betroffen sind, haben wir uns mit dem örtlichen Krankenhaus in Verbindung gesetzt und alle unserer Residents und zum Teil auch unsere Mitarbeiter testen lassen. Aufgrund beschränkter Räumlichkeiten und einer permanter hohen Anzahl an Residents haben wir das TV-Zimmer in ein TB[C]-Zimmer umgewandelt. Nun hoffen wir, dass die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet und sich die Gemüter schnell wieder beruhigen.