Dienstag, 17. März 2015

Licht der Welt

"Ihr seid das Licht der Welt" war das Thema der diesjährigen Melusi Gemeindefreizeit. Gerade in Zeiten in denen Schwarz und Weiß in Südafrika immer schlechter miteinander können, setzte dieses Wochenende ein positives Lichtzeichen. Obwohl die Hintergründe der Leute kaum unterschiedlicher sein konnten, so erlebten wir ein tolles Miteinander.



Beeindruckend war vor allem die Taufe von fünf Leuten, die im letzten Jahr durch GOTT in Melusi verändert worden. Eine Kurzzeitlerin aus Holland, drei Jugendliche aus den umliegenden Townships und eine Farmersfrau, die aufgrund der politischen Lage und der anhaltenden Kriminalität ihre Farm aufgeben musste - eine einmalige Mischung und ein großartiges Zeugnis der Güte Gottes.

Mittwoch, 11. März 2015

Schwarz Weiß

"Es ist ein Fakt, dass die Probleme des Landes mit der Landung der Weißen begann.", sagte der südafrikanische Präsident Zuma vor kurzem in einer seiner öffentlichen Reden. Da fällt es nur wenig ins Gewicht, dass er sich gegen Rassismus ausspricht und den Schutz von Minderheit hervorhebt. Wobei er damit wahrscheinlich vor allem die Moslems meint, die zwar nur 3% der Bevölkerung Südafrika's darstellen, aber über ein enormen Reichtum verfügen und die Regierungspartei ANC finanziell großzügig unterstützen.
Doch wenn es um das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß geht, gießt der Präsident selber Öl ins Feuer. Natürlich gibt es noch viel radikalere Stimmen, die zum Beispiel eine Enteignung der Weißen fordern., doch auch das Statement des Präsidenten zur Ursache der heutigen gewaltigen Probleme des Landes ruft nicht nur Kopfschütteln, sondern vor allem wachsenden Rassismus hervor.

Die Schwarzen machen die Weißen und das System der Apartheid für die soziale Schieflage des Landes verantwortlich. Bis heute besitzt eine relativ kleine Gruppe weißer Grundstücksbesitzer den Großteil des südafrikanischen Landes und viele Schwarze arbeiten zu sehr geringen Löhnen für ihre weißen Bosse. Per Gesetz wird nun die Mehrheit der Bevölkerung [ca. 80%] vor einer Minderheit [ca. 8%] geschützt. Vor allem in der Wirtschaft macht sich das bemerkbar und Firmen, die Weißen gehören werden systematisch benachteiligt. Auch haben Weiße aufgrund ihrer Hautfarbe kaum mehr eine Chance gewisse Ämter oder Posten zu erhalten, auch wenn sie die deutliche besseren Qualifikationen nachweisen können.

Dies wiederum ist nur ein Grund, der die weißen Südafrikaner in Rage bringt. Bauern geben ihren Betrieb auf, da ihnen im großen Stil Rinder und Equipment gestohlen werden. Die wachsende Korruption im Lande, die riesige Verschwendung von staatlichen Finanzen für private Zwecke durch die schwarze Regierung und eine oft unfähige Verwaltung nerven viele nur noch an. Dazu kommen noch eine der weltweit höchsten Kriminalitätsraten und die Unwilligkeit gepaart mit einer großen Portion Unfähigkeit der Regierung sich um die eigentlichen Probleme des Landes zu kümmern. So wurden über Jahre weder die Anlagen für die Strom- noch die Wasserversorgung gewartet und instandgehalten. Dies führt nun dazu, dass es in den letzten Monaten zu merhfachen Abschaltungen des Stroms und Wasserrationierungen im ganzen Land kam.

Man könnte diese Listen auf beiden Seiten noch fortführen. Für uns ist es erschreckend zu sehen, wie sich ein so großartiges Land wie Südafrika mit einem riesen Potential und eigentlich großartigen Voraussetzungen auf diesem Weg selber um die Zukunft bringt. Es gibt kaum noch einen Tag, an dem wir nicht mit rassistischen Bermerkungen konfrontiert sind. Die Wut aufeinander steigt an und das, was an Vertrauen in den letzten Jahren aufgebaut wurde, scheint wieder kaputt zu gehen.

Wer ist Schuld an dieser Geschichte? Schwarz oder Weiß? Das ist eigentlich nicht die Frage, denn wenn dieses Land wirklich eine Zukunft haben will, dann gibt es nur einen Weg: Schwarz und Weiß zusammen.

Freitag, 6. März 2015

I'm eight

"I'm eight" ["Ich bin acht"] stand letzte Woche auf dem Geburtstagskuchen von Elisa.Joy, den sie voller Stolz mit in die Schule nahm. Wie hatte sie sich auf diesen Tag gefreut und wie viel hat es ihr bedeutet als dann endlich ihre Gäste zu ihrer Party kamen. Und mitten in allem Trubel des Kindergeburtstages, der Schatzsuche und der Seifenrutsche genoß Elisa.Joy ihren großen Tag.



Nun ist unsere große Tochter schon acht Jahre und wir sind unendlich beschenkt mit ihr. Elisa.Joy ist immer noch ein ruhiges, zum Teil schüchternes und doch unendlich lebensfrohes Mädchen. Durch ihre feinfühlige Art hat sie eine gute Antenne für Dinge, die um sie herum passieren. Sie genießt die Schule, freut sich nun Bücher sowohl in Deutsch wie auch in Englisch lesen zu können, liebt es zu schwimmen oder einfach zu Hause zu sitzen und kreativ zu sein. Eine tolle Tochter.

Sonntag, 1. März 2015

IN DER FREMDE ...


Ein Gastbeitrag von Maria [Stephan's Schwester] nach 3,5 Wochen Besuch in Südafrika

IN DER FREMDE DAS VERTRAUTE FINDEN - So habe ich manches Erlebnis während meiner Zeit in Südafrika einordnen können. 

1. In Gegensätzen leben: ein Leben und Arbeiten zwischen eigenem, gutem Steinhaus mit fließend Wasser & Strom und dem Erleben der einfachen Hütten in den Townships; zwischen genügend Geld, Kleidung und Nahrung und bettelnden, hungrigen, obdachlosen Menschen. Dies wurde mir schnell zur Frage: „Wie kann man diese täglichen Kontraste aushalten?“. In Deutschland habe ich mich an Gegensätze gewöhnt, mit denen ich in meinem Alltag konfrontiert bin. Doch in der Fremde wurde mir das Leben in stark unterschiedlichen Lebensformen neu bewusst. 


2. Maria: In einem Township besuchten wir Maria. Jeden Tag kocht sie ein Mittagessen für viele Kinder. Diese sitzen vor ihrer Hütte und genießen die warme Mahlzeit. Die Freude war groß als sie erfuhr, dass ich auch Maria heiße. Viele Vornamen haben eine Bedeutung, welche für die Menschen in Südafrika oft wichtig ist. Maria, die Mutter Jesu, die auserwählt wurde und Gnade vor Gott fand, hat sich als Magd Gottes gesehen und diente ihm. Maria aus dem Township dient Gott, in dem sie sich mit ihren Möglichkeiten um ihre Nächsten sorgt. Ein beeindruckendes Vorbild!


3. Abendessen im Barthel-Garten: Wir sitzen beisammen, genießen das Abendessen und tauschen uns über den Tag aus. Da kommt ein Resident und möchte Stephan sprechen. Ein Problem quält oder eine Frage muss geklärt werden. Warum sind mir diese „Besuche“ so vertraut? Ach ja, aus der Kindheit. Auch wir bekamen früher ab und an „Gäste“ beim Abendessen sobald wir auf der Terrasse saßen. Wie witzig, dass manches im Leben immer wieder vorkommt und einem vertraut ist … auch wenn Kleinwachau und die Kindheit weit entfernt sind.


In der Fremde das Vertraute finden.
DANKE Madeleine und Stephan für die gemeinsame, vertraute Zeit und das Hineinnehmen in eure, mir bisher fremde Welt.

Sonntag, 22. Februar 2015

Mächtig Betrieb

Mächtig Betrieb herrschte am Freitag zur dritten Lobpreis- und Filmnacht für Jugendliche. Es scheint so, als ob sich die Teilnehmerzahl von Mal zu Mal verdoppelt. Mit nun 300 Jugendlichen in unserer Kirche haben wir die Kapazitätsgrenze kräftig ausgereizt. Es passen ja nicht einmal 200 Stühle hinein. Aber dies stellt für die Jugendlichen kein Problem dar. Man sitzt halt zu zweit oder zu dritt auf einem Stuhl, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut.
Die Jugendlichen waren völlig begeistert, hier zu sein. Sie gingen beim Lobpreis richtig mit, hörten gespannt der Predigt zu, haben sich riesig über das Essen gefreut und hatten total viel Spass beim Spielen. Zum Abschluss gab es dann für sie noch ein echtes Kinoerlebnis bevor wir sie mit unseren Fahrzeugen und zwei Schulbussen wieder nach Hause fuhren.



Das Beste an allem ist aber zu sehen, mit welcher Begeisterung und Ernsthaftigkeit sie während des Gottesdienstes dabei sind. Viele haben hinterher für sich beten lassen und bewußte Entscheidungen getroffen. Ein genialer Abend.
Das einzige Problem ist nur, dass wir nicht wissen, wie es platzmäßig weitergehen kann. Mehr Leute passen einfach nicht rein. Leute wegschicken wollen wir auch nicht. Vielleicht müssen wir das Ganze das nächste Mal nach Draußen verlegen. Dann könnte die Teilnehmerzahl sich jedenfalls wieder verdoppeln.

Montag, 16. Februar 2015

Eine schöne Zeit

So schnell können zwei Wochen vergehen. Nachdem vor genau 14 Tagen Maria [Stephan's Schwester] und Chris [ein guter Freund aus Chemnitz] bei uns angekommen sind, sitzt Chris nun bereits wieder im Flieger zurück nach Deutschland. Zwischendurch sind die Beiden eine Woche durch Südafrika getourt und haben auch bei und mit uns eine Menge erlebt. Es ist schon etwas anderes, sich persönlich auszutauschen, gemeinsam Zeit zu verbringen, miteinander unterwegs zu sein und nicht nur, sich über Skype zu "erleben".


Maria wird - ganz zur Freude unserer Kinder - noch einige Tage bei uns bleiben. Wir werden die Zeit bestimmt genießen und eine Menge Spaß miteinander haben. Es ist für uns schon sehr besonders, solche tollen Freunde und Familien zu haben.



Mittwoch, 11. Februar 2015

Wasser

Seit Monaten kommt es in ganz Südafrika zu regelmäßigen Stromabschaltungen, da der staatliche Stromversorger den steigenden Strombedarf nicht mehr gerecht werden kann. Dies liegt nicht nur daran, dass mehr und mehr Haushalte an das Stromnetz angeschlossen werden, sondern vor allem daran, dass über die letzten 20 Jahre keine neuen Kraftwerke gebaut und die bestehenden Anlagen nicht ausreichend gewartet wurden und nun im großen Stil ausfallen.
Vor allem die sowieso schon schwächelnde Wirtschaft trifft dies hart, da es oft zu unplanmäßigen Produktionsausfällen kommt und vieles einfach still steht. Es gibt zwar eine Website, auf der man sich über die aktuellen Stromabschaltungen informieren kann, doch leider kommt es häufig vor, dass die Pläne kurzerhand geändert werden. So kann es passieren, dass man fünf Minuten nachdem man sich versichert hat, dass es heute Strom gibt, plötzlich im Dunkeln sitzt. Für wie lange es keinen Strom geben wird, kann man dann leider nur nicht mehr auf der Website nachsehen, da ja die Computer und das Internet brach liegen.

Auch wenn das Abschalten des Stromes unschön ist, so kann man sich doch damit als Privatperson noch recht gut arrangieren. Doch seit einigen Wochen kommt es auch immer wieder zu Abschaltungen des Wassers. Wir waren davon bisher nur an zwei Tagen für jeweils mehrere Stunden betroffen. Doch andere Stadtteile Dundee's hatten über Wochen jewils nur zwei Stunden pro Tag Wasser. In der Nachbargemeinde wurden nun bereits Schulen geschlossen, da es die gesamte nächste Woche kein Wasser geben soll. 
Natürlich ist der mangelnde Regen ein Hauptgrund für die Wasserknappheit. Doch kommt es dummerweise regelmäßig vor, dass die Pumpem und Wasserleitungen kollabieren, da sich in den letzten Jahren niemand für deren Instandhaltung verantwortlich gefühlt hat.
Wie weit wir in Zukunft von den Wasserabschaltungen betroffen sein werden, wird sich noch zeigen. Es ist jedenfalls deutlich unangenehmer ohne Wasser dazustehen als ohne Strom. Das Geschirr bleibt stehen, der Tisch dreckig, die Klospülung funktioniert nicht mehr, keine Möglichkeit zum Hände waschen, keine Dusche nach einem heißen Sommertag ... 
Besonders ärgerlich ist es dann noch, wenn die Putzfrau den sowieso schon knappen Vorrat an gekauften Trinkwasser zum Spülen des Geschirrs nimmt. Naja, jedenfalls hatten wir saubere Teller für die nächste Mahlzeit.