Freitag, 19. April 2019

Sonntag, 14. April 2019

Hühnerbeine

Mit einem Mitarbeiter saß ich in einem kleinen Restaurant direkt an der Hauptstraße von Dundee. Es war Mittagszeit und viele Schüler hatten offensichtlich Pause und liefen vorbei. Unser Tisch war direkt an einem großen Fenster und so konnten uns die Vorübergehenden beim Essen zusehen. Immer wieder erkannten mich Jugendliche, winkten uns kurz zu und liefen weiter. 
Während wir noch im Gespräch vertieft waren, kamen drei weitere Jugendliche vorbei. Sie blieben stehen, schauten uns freundlich an und riefen mir immer wieder "Pastor" zu. Als ich schon dachte, dass sie nun endlich weitergehen, kamen zwei von ihnen plötzlich herein und stellten sich an unseren Tisch. Etwas überrascht fragte ich, was sie von uns wollten. Mit einer Handbewegung zeigten sie auf unsere Teller und die nicht ganz säuberlich abgegessenen Hühnerbeine - für uns nur noch Knochen, für sie eine Delikatesse. Als ich ihnen zunickte, griffen sie schnell zu und fingen noch beim Herauslaufen aus dem Restaurant an, voller Freude an den Hühnerknochen zu knabbern.
Manchmal braucht es wirklich nicht viel, um jemanden glücklich zu machen.

Montag, 8. April 2019

Goliath

Von den täglichen Kinderprogrammen halte ich [Stephan] mich eigentlich fern. Nicht, dass ich es nicht mag, aber irgendwie sind die Tage vorbei, an denen ich den Kinderunterhalter geben muss. 
Doch als ich vor kurzem gefragt wurde, bei einem Kidsclub den Goliath zu spielen, konnte ich auch nicht Nein sagen. Die Kinder waren dann doch recht überrascht, den Pastor in einer für sie ungewohnten Rolle zu sehen ...



Montag, 1. April 2019

Echte Veränderung

Echte Veränderung - dies ist, was wir uns für jeden Mann wünschen, der hilfesuchend nach Melusi kommt. Allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres kamen schon mehr als 30 Männer zu uns - fast alle drogenabhängig. Waren es in der Vergangenheit nur vereinzelte, die damit Probleme hatten, werden wir nun förmlich von Drogenabhängigen überrannt. Es spricht sich herum, dass wir Hilfe anbieten. 
Leider verlassen viele von unseren Männern vorzeitig Melusi und werden wieder rückfällig. Doch durften wir in den letzten Monaten auch immer wieder echte Veränderung bei einigen Männern erleben. So freuen wir uns, dass so manche unserer Männer GOTT ganz persönlich erleben durften, durch seine Hilfe von Drogen frei geworden sind und nun ein neues Leben starten konnten. Es ist unser tiefer Wunsch, dass noch viele Männer diese Erfahrung machen dürfen.
"Wenn der Sohn [JESUS] euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei." [Die Bibel / Johannes 8.36]

Anton - bevor er nach Melusi kam [April 2018] und zu seiner Taufe [Nov 2018]

Mittwoch, 27. März 2019

Im Dunkeln

Nicht ganz so überraschend wie die Schlange, doch genauso wenig willkommen sind die aktuellen Stromabschaltungen in Südafrika. Seit geraumer Zeit wird bis zu dreimal täglich, der Strom für jeweils zwei Stunden abgeschaltet. Gründe dafür gibt es genügend: veraltete Kraftwerke, die dem ansteigenden Strombedarf nicht mehr abdecken können, fehlende Wartung und Instandhaltung des bestehenden Stromnetzes, Fehlplanung, Inkompetenz und Korruption beim Bau neuer Kraftwerke und und und.
So kommt das Leben in Südafrika mehrmals am Tag zum Stillstand: Ampeln funktionieren nicht mehr, viele Geschäfte und Restaurants schließen, Betriebe können nicht produzieren, Behörden arbeiten nicht mehr, in den Abend- und Nachtstunden gibt es keine Beleuchtung. Wohl dem, der sich einen Generator leisten kann. Alle anderen sitezn im Dunkeln.

Mittwoch, 20. März 2019

Überraschungsgast

Ich war gerade auf dem Weg in Elisa.Joy’s Zimmer als sich plötzlich vor mir etwas auf dem Boden bewegte – eine kleine, ziemlich harmlos aussehende Schlange. Auch wenn wir vor allem in den letzten Monaten immer wieder Schlangen in Melusi hatten, war diese doch die erste, die sich in unser Haus verirrte. Noch nie hatten wir wirklich ein Problem mit Schlangen gehabt. 
Wie üblich in diesen Fällen holten wir schnell einen unserer wohnungslosen Männer, von denen manche sehr geübt sind, Schlangen zu entfernen. Doch in diesem Fall entpuppte sich die so harmlos aussehende Schlange als recht gefährlich. Sie schlug mit ihrem Kopf um sich, fuhr einen Stachel aus und traf unseren Helfer in den Daumen. Binnen weniger Minuten wurde es ihm übel und wir mussten ihn sofort in das naheliegende Krankenhaus bringen. Aufgrund der Eile, unseren Helfer so schnell wie möglich zu helfen, töteten wir die Schlange nicht, sondern nahmen sie in einem Beutel mit. Anhand der Art der Schlange entscheidet der Doktor, welches Gegenmittel gespritzt wird. Doch als wir in der Notaufnahme ankamen, interessierte sich keiner so richtig für unseren Patienten und sein kleines "Mitbringsel". Doch als die Schlange sich durch den Beutel gebissen hatte und zu entkommen versuchte, herrschte plötzlich helle Aufregung. Schnell wurde die Schlange von unserem mutigen Helfer getötet und schon bald darauf kam auch der Arzt. Alles ging noch einmal ziemlich glimpflich aus, auch wenn unser Freund und Helfer zwei Tage mit Schmerzen zu kämpfen hatte. 
Nun sind wir noch etwas vorsichtiger geworden und hoffen, dass wir so schnell nicht wieder einen Überraschungsgast bekommen.


Samstag, 2. März 2019

Von null auf 200


Als wir vor acht Jahren nach Melusi kamen, waren Elisa.Joy und Ben.Luca oft die einzigen Kinder im Gottesdienst. Manchmal kam noch eine andere Familie mit zwei kleinen Kindern, aber einen Kindergottesdienst gab es nicht. War ja auch nicht wirklich nötig.
Heute ist die Situation ein "wenig" anders. Nachdem wir in den letzten Jahren schon einen ständigen Anstieg im Kindergottesdienst erlebt hatten, gab es in den letzten Wochen noch einmal einen kräfitgen Schub. Mehr als 200 Kinder kommen momentan zur Melusi Kids Church. Tendenz steigend. 
Die allermeisten Kinder kommen ohne ihre Eltern zum Gottesdienst. Ihre Familien glauben nicht an Jesus und so machen sie sich oft mit ihren Geschwistern oder Freunden allein auf den Weg nach Melusi. Kids Church ist für sie zu einem echten Höhepunkt in der Woche geworden, dass sie auf keinen Fall verpassen wollen.
Wir sind begeistert, aber natürlich auch extrem herausgefordert durch die Anzahl der Kinder. Nicht in unseren kühnsten Träumen hätten wir dies vor acht Jahren für möglich gehalten.