Während einige Erwachsene in einer kleinen Hütte gemeinsam singen, Bibel lesen und beten [siehe "Outreach-Impressionen"], geht draußen beim Kidsclub die Post ab. Zwischen 50-100 Kinder versammeln sich jede Woche zwischen ein paar Hütten, spielen begeistert oder malen aus, singen und tanzen, hören einer biblischen Geschichte zu und bekommen zum Schluss noch ein richtiges Essen. Auch wenn vieles recht einfach ist, so sind die Kinder doch mit voller Begeisterung dabei. Für die meisten Kinder ist der Kidsclub definitiv das Highlight ihrer Woche.
Mittwoch, 25. August 2021
Dienstag, 17. August 2021
Nokuthula
Nokuthula hatte in vielerlei Hinsicht einen furchtbaren Start ins Leben. Körperlich und auch seelisch schwer gezeichnet wurde sie mit sieben Jahren von Sister Lynn und ihrem Ehemann aufgenommen. Nokuthula wurde damit aber nicht nur Teil ihrer Familie, sondern auch Teil der Melusi Gemeinschaft. Nachdem Sister Lynn's Mann sehr plötzlich verstarb, kümmerte sich Lynn mit sehr viel Liebe und unglaublichem Einsatz fortan über viele Jahre allein um Nokuthula.
Während sie ihren Schulabschluß auf einer Sonderschule machen durfte, lernte sie einen jungen Mann kennen. Die Freundschaft hielt und nun haben die beiden geheiratet. Auch wenn die aktuellen Corona-Bestimmungen keine große Feier zuließen, so konnten wir doch einen schönen Hochzeitsgottesdienst in Melusi feiern. Nicht nur für Nokuthula und ihren Ehemann war dies ein wunderbares Erlebnis, sondern in besonderer Weise auch für Lynn.
Mittwoch, 4. August 2021
Outreach-Impressionen
Nachdem aufgrund strenger Corona-Beschränkungen jegliche Versammlungen in den letzten Wochen untersagt waren, können wir nun wieder mit unseren verschiedenen Programmen starten. Einen kleinen Eindruck von einer wöchentlichen Bibelstunde gibt es hier:
Während draußen sich jede Menge Kinder begeistert zum Kidsclub treffen, starten die Erwachsenen drinnen mit gemeinsamen Singen. Es ist alles recht spontan, musikalisch vielleicht nicht höchste Qualität, aber es kommt von Herzen.
Dienstag, 27. Juli 2021
Tage der Erholung
Dienstag, 20. Juli 2021
Tage des Chaos
Für ein paar Tage war Südafrika weltweit in den Schlagzeilen. Leider gab es nicht viel Gutes zu berichten. Als Reaktion auf die Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma hatten seine Anhänger gedroht, das Land unregierbar zu machen. Auch wenn viele mit möglichen Ausschreitungen gerechnet hatten, wurde Südafrika dann doch von der Wucht vollkommen überrascht.
Gezielt - und womöglich von gewissen Pro-Zuma Kräften gesteuert - wurden wichtige Verkehrsverbindungen in unserem Bundesland KwaZulu-Natal [der Heimat von Zuma] blockiert, LKWs in Brand gesteckt, Fabriken und Einkauszentren geplündert, riesige Logistikzentren überfallen und innerhalb kurzer Zeit des Land in einen Ausnahmezustand versetzt. Auch wenn die ursprünglichen Proteste als Unterstützung von Zuma gesehen werden konnten, haben aber vor allem die Plünderungen eine Eigendynamik entwickelt, die nichts mehr mit seiner Inhaftierung zu tun hatten. 160 Einkauszentren wurden geplündert und zum Teil abgebrandt, unzählige kleine Läden wurden einfach platt gemacht, Geldautomaten leergemacht, Lagerhallen ausgeräumt und alles mitgenommen, was ging. Oftmals wurden als erstes Geschäfte überfallen, die Alkohol verkauften. Mehr als 200 Leute sind bei den "Protesten" gestorben - die meisten von ihnen bei Plünderungen oder durch gewalttätige Auseinandersetzungen auf den Straßen.
Die Polizei und die staatlichen Behörden wurden trotz Warnungen völlig überrascht und waren dem Ansturm überhaupt nicht gewachsen. Es war unglaublich zu sehen, wie der Staat innerhalb kürzester Zeit völlig die Kontrolle verloren hat und erst durch die Einberufung der Armee langsam wieder Herr der Lage wurde.
Vielerorts hatten sich bis dahin schon Bürgerwehren gegründet, die Städte oder gewisse Stadtteile kontrollierten und damit versuchten, Plünderungen zu unterdrücken. Auch in Dundee wurden alle Eingänge der Stadt und gewisse wichtige Verkehrspunkte von Bürgern und privaten Sicherheitsfirmen für mehrere Tage und Nächte kontrolliert. Man nahm das Recht in eigene Hand, um sich und die Geschäfte der Stadt zu schützen. In Dundee ist dies zum größten Teil gut gegangen und es ist zu keinen Plünderungen gekommen. Auch Melusi ist komplett verschont geblieben. Leider ist es aber auch durch Bürgerwehren in anderen Städten zu Gewalt zwischen den verschiedenen Rassen gekommen.
Die Ausschreitungen und Plünderungen haben sich - GOTT sei Dank - nicht auf das ganze Land ausgebreitet, sondern fanden vor allem in den beiden größten Städten unserer Provinz und in Gebieten von Johannesburg statt. Trotzdem waren die Auswirkungen landesweit zu merken. Aus Furcht vor Überfällen haben Transportunternehmen ihre Arbeit eingestellt, Lieferketten wurden unterbrochen, die größte Raffinerie im südlichen Afrika musste für einige Tage die Produktion einstellen und eine der wichtigsten Autobahnen und Transportwege war für eine Woche nicht befahrbar... Es herrschte Chaos.
Nun hat sich die Lage weitesgehend beruhigt, die Regale füllen sich langsam wieder in den Geschäften und alle erholen sich von dem Schock. Doch das Vertrauen in den Staat ist komplett verloren gegangen und Leute leben in noch mehr Angst als schon zuvor.
Samstag, 3. Juli 2021
Deutschland, wir kommen - leider nicht
Die Flüge waren schon seit Monaten gebucht und in den nächsten Tagen sollte es eigentlich los gehen. Doch daraus wird nun leider nichts. Seit nun mehr als einem halben Jahr warten wir auf ein neues Visum. Unser bisheriges ist im Februar abgelaufen und obwohl wir schon im Dezember eine Verlängerung beantragt haben, ist bisher nichts passiert. Die Behörde, die sonst auch nicht durch Schnelligkeit glänzt, befindet sich vermutlich im "Corona-Schlaf". Es gibt einen großen Rückstau an Anträgen und von daher ist es momentan auch nicht absehbar, wann wir unser Visum erhalten werden. Doch ohne gültiges Visum ist eine Aus- und geplante Wiedereinreise ein zu großes Risiko. Von daher hat sich unser großer Wunsch nicht erfüllt. Frustriert und traurig haben wir unsere Flüge storniert und die Reise letztendlich abgesagt.
Nun nutzen wir die "Winterferien" der Kinder, um für zwei Wochen Zeltern zu fahren. Es geht in die Nähe des Krüger Nationalparks. Auch wenn es nicht Deutschland ist, freuen wir uns trotzdem auf diese Zeit.
Dienstag, 29. Juni 2021
Rein, raus, aus
Als im Feburar die meisten Corona-Beschränkungen in Südafrika aufgehoben worden, haben wir angefangen, unsere Gottesdienste im Melusi Gebetsgarten zu feiern. Dies hatte ein ganz besonderes Flair und die meisten Leute haben es richtig genossen, Gott im Freien zu loben. Ende Mai wurde es zunehmend kühler und im Schatten des Gebetsgarten etwas ungemütlich. So haben wir die Gottesdienste wieder in die Kirche verlegt und waren ganz glücklich, diese Möglichkeit zu haben.
In den letzten Wochen sind die Neuinfektionen aber leider wieder erheblich angestiegen und neue Beschränkungen wurden erlassen. Versammlungen in Gebäuden wurden auf 50 Leute begrenzt und so sind wir kurzerhand wieder nach draußen gezogen. Wir haben uns ein Platz in der Sonne gesucht und uns gefreut, dass wir uns wenigstens noch treffen können. Doch schon nach zwei Gottesdiensten müssen wir nun wieder alles ändern. Jegliche Treffen und Versammlungen - sowohl in Gebäuden wie auch im Freien - wurden untersagt. Nun haben wir alle unsere Kidsclubs, Outreaches, Jugendprogramme und auch unsere Sonntagsgottesdienste auf unbestimmte Zeit abgesagt.


