Freitag, 23. März 2018

Doppelter Grund zur Freude

Durch dem Diebstahl unserer beiden Laptops Anfang Februar wurden wir in unserer Kommunikation in den letzten Wochen ziemlich eingeschränkt. Zwar konnten wir durch die großzügige Unterstützung einiger Freunde relativ schnell neue Geräte aus Deutschland bekommen, doch waren damit noch lange nicht alle Probleme gelöst. Unser Backup-Programm hatte - zu unserer großen Überraschung - leider nicht unsere Email-Daten gespeichert und so standen wir ohne jegliche Email-Adressen und Emails der letzten Jahre da. Sehr frustrierend.
Zu allem Überfluß ist ungefähr zur gleichen Zeit auch noch das Melusi Internet fast gänzlich zusammen gebrochen. Zuhause wurde skypen fast unmöglich und selbst im Büro war es manchmal schwer, einfache Emails zu versenden. Doppelt frustrierend.

Doch nun scheint es wieder aufwärts zu gehen. Durch die Hilfe eines Computerfachmanns, der uns gerade in Melusi besucht, wird das gesamte Melusi Wlan wieder neu aufgebaut. Und siehe da: seit heute haben wir wieder halbwegs guten Internetempfang in unserem Haus. Große Freude.
Doch damit noch nicht genug. Ein weiterer Grund zur Freude ist, dass - für uns wie durch ein Wunder - ein guter Freund uns helfen konnte, unsere Email-Adressen und Daten fast vollständig wieder herzustellen. Auch wenn nicht alles wieder da ist, so sind wir doch unwahrscheinlich glücklich, dass wir das meiste retten konnten. Doppelter Grund zur Freude.
Nun hoffen wir, dass die Kommunikation wieder einfacher wird und ihr auch wieder häufiger von uns hören werdet.

Donnerstag, 8. März 2018

Viel Leben

Es ist wirklich nur eine Momentaufnahme. Zur Zeit verfügen wir über das größte Team, was jemals in Melusi gearbeitet hat. 12 Langzeitmitarbeiter, 9 Kurzzeitler, 13 Kinder [zwei davon haben sich heimlich aus dem Bild geschlichen], eine Melusi-Oma und eine angehende Ehefrau. Es ist mächtig viel Leben drin. 
Doch schon in den nächsten Tagen werden die ersten Kurzzeitler Melusi wieder verlassen. Da in den nächsten Monaten leider auch vier Langzeitmitarbeiter gehen, wird sich unser Team im nächsten halben Jahr halbieren. Es stehen viele Abschiede bevor - jedenfalls bis September, denn dann werden wieder neue Leute dazukommen.

Melusi Team [Momentaufnahme 07. März 2018]

Das viele Kommen und Gehen sorgt auf alle Fälle dafür, dass es definitiv nicht langweilig wird. Doch es bringt auch immer etwas Unruhe und ständige Veränderung mit sich. Dienstpläne müssen verändert werden, Wohnräume müssen vorbereitet und an die jeweilige Teamgröße angepasst werden, die täglichen Einsatzteam müssen sich immer wieder neu aufeinander einspielen und in allem verändert sich mit jedem neuen Mitarbeiter auch die Teamdynamik. Wie gesagt, es ist viel Leben drin.

Montag, 26. Februar 2018

Wasser

Melusi Teich November 2017
Während in Kapstadt die Wassersituation durch eine anhaltende Dürre weiterhin stark angespannt ist und die Wassernutzung auf ein Minimum beschränkt wurde, hat sich in unserer Region die Lage in den letzten Monaten deutlich entspannt. 
Seit Ende 2017 hat es mehrmals so kräftig geregnet, dass der Teich in Melusi - wie viele andere Teiche in unserem Gebiet - wieder vollständig gefüllt ist. Auch wenn der Grundwasserspiegel noch steigen könnte, so hat sich die Situation doch erheblich verbessert. Die Dürre der letzten drei Jahre ist nun endgültig vorbei. GOTT sei Dank.

Melusi Teich Februar 2018

Sonntag, 18. Februar 2018

Bittere Enttäuschung

Es war eigentlich mein Lieblingsartikel im neuen Melusi Freundesbrief. Clinton [25 Jahre] hatte eine beeindruckende Geschichte zu erzählen. Früh hatte er seine Mutter verloren und zu seinem Vater gab es nie eine echte Beziehung. Er wuchs mit seinen Verwandten auf und war ziemlich auf sich allein gestellt. Irgendwann fing er leider an, mit Freunden Drogen zu nehmen. Dies ging nicht sonderlich lange gut und so landete er relativ bald im Gefängnis. Vor einem halben Jahr wurde er entlassen und von seinen Verwandten nach Melusi gebracht. Sie kannten unsere Arbeit durch Clinton's Vater, der als wohnungsloser Mann zweimal für längere Zeit bei uns wohnte. Nun also sein Sohn. 
In vielem ähnelte Clinton seinem Vater. Zurückgezogen, ruhig, schüchtern, wenn er sprach dann nur recht leise - ein Einzelgänger. Doch in seiner Zeit in Melusi schien Clinton so langsam aufzutauen. Er machte richtig gute Fortschritte, blühte am Ende regelrecht auf, setzte sich oft für andere mit ein, war verantwortungsbewußt und schien seine Drogenprobleme gemeistert zu haben. Jedenfalls dachten wir dies.
Zuerst waren wir noch geschockt als sein Cannabistest positiv ausfiel. Doch er versicherte uns glaubhaft, dass er in letzter Zeit nur einmal nicht widerstehen konnte. Es war ihm sichtlich peinlich. So gaben wir ihm eine weitere Chance und hofften, dass er daraus lernen würde. Doch in den darauffolgenden Tagen kam leider noch viel mehr ans Licht. Regelmäßig hatte Clinton in den letzten Wochen Cannabis und Heroin beschafft und mit nach Melusi gebracht. Bis zum Schluß hat er aber die anderen Männer beschuldigt und sich als Opfer dargestellt. Er hat unser Vertrauen in ihn bewußt ausgenutzt. Letztendlich haben wir Clinton wegschicken müssen - wie drei weitere Residents, die mit ihm Drogen genommen haben. Eine bittere Enttäuschung. 
Clinton's Artikel haben wir daraufhin aus dem Freundesbrief wieder herausgenommen. Sie war wunderschön, doch leider nicht wahr.

Sonntag, 4. Februar 2018

[K]ein Grund zum Feiern

Momentan haben es die Tage in sich. Es ist so vieles los, dass wir kaum hinterher kommen. Am Freitag mussten wir als Familie nach Durban fahren, um eine Verlaengerung fuer unser Visa zu beantragen. Gluecklich und ziemlich ko sind wir nach 12 Stunden wieder in Melusi gelandet. Alles hat echt super geklappt. Der Antrag ist gestellt und nun warten und beten wir, dass wir ein neues Visa erhalten. Doch leider blieb uns nicht viel Zeit zum Ankommen und Ausruhen, da wir momentan viele Probleme mit unseren wohnungslosen Maennern haben. Drogen, Luegen, falsche Anschuldigungen und und und. 
Und zu allem Ueberfluss wurde gestern auch noch in unser Haus eingebrochen. Waehrend wir in unserer Kueche Mittag gegessen haben, ist jemand durch unseren Hintereingang ins Haus gekommen und hat unsere beiden Laptops gestohlen - ohne dass wir auch nur ein Geraeuch gehoert haben. Kein tolles Gefuehl, im eigenen Haus bestohlen zu werden.
Eigentlich ist heute fuer uns ein Tag zu Feiern. Vor genau sieben Jahren - am 04. Februar 2011 - sind wir nach Suedafrika gekommen. Wir lieben es, hier zu sein. Melusi ist fuer uns alle ein echtes Zuhause geworden. Doch momentan fuehlen wir uns wirklich nicht nach Feiern. 

Sonntag, 28. Januar 2018

Samstag, 27. Januar 2018

Uns fehlen die Worte

Plötzlich wurde es nicht nur dunkel, sondern schwarz. Am Donnerstag Abend zog relativ unvermittelt ein gewaltiger Sturm auf, brachte Unmengen an Regen, füllte unseren Teich bis zum Überlaufen und hinterließ leider eine Schneise der Verwüstung in Melusi und Dundee. Während Jo.Ann schlief und von allem nichts mitbekam, liefen wir zu viert durch unser Haus und schauten, dass der Wind nicht zu viel Wasser durch die Fenster drückte. Der Regen und Hagel trommelten so lauf auf das Dach und gegen die Fenster, dass wir überhaupt nicht mitbekamen, wie ein großer Baum umfiel, der zwischen dem Hauptgebäude und unserem Haus stand. Wie durch ein Wunder streifte der Baum nur unser Haus und legte sich direkt an unser Küchenfenster und unseren Hauseingang. Nicht eine Fensterscheibe ging zu Bruch und vor allem wurde keiner von uns verletzt. GOTT SEI DANK.


Insgesamt stürzten mehr als 10 Bäume in Melusi um und von weiteren Bäumen brachen große Äste ab. Das Dach des Hauses für unsere Residents wurde so stark beschädigt, dass wir sie noch im größten Regen in unser Freizeithaus umquartieren mussten. Die Dächer von zwei weiteren Häusern wurden durch umfallende Bäume beschädigt. Erst am nächsten Morgen sahen wir das ganze Ausmaß der Verwüstung. [Bilder]
Den gesamten Freitag haben wir als Gemeinschaft [Team und Residents] aufgeräumt. Mit drei Kettensägen konnten wir die meisten Bäume kleinschneiden und wegräumen. Die Dächer wurden wieder repariert oder zumindestens regendicht gemacht. Das Chaos wurde erst einmal beseitigt.

Während wir in Melusi noch relativ glimpflich davon kamen, wurden viele Dächer in der Stadt komplett abgedeckt. Einige Lehmhütten in den Townships brachen ein oder standen völlig unter Wasser. Und leider gab es auch mehrere Todesopfer. Eine Mutter rannte mit ihren vier Kindern aus ihrer Hütte, die einzustürzen drohte und wollte Zuflucht bei ihren Nachbarn suchen. Doch auf dem Weg dorthin wurden leider drei ihrer Kinder von den Wassermassen erfasst und weggespült. Bisher wurde nur eins der Kinder tot geborgen. Von den anderen fehlt noch jede Spur.
Erst heute haben wir erfahren, dass die Kinder regelmäßig zu unserem Kidsclub kamen und auch sonntags den Kindergottesdienst in Melusi besuchten. Uns fehlen die Worte.