Nachdem wir in den letzten Wochen unwahrscheinlich viel unterwegs waren, immer wieder Freunde besucht haben, Gäste empfangen durften, über unser Leben in Südafrika berichtet haben, zwischendurch bei verschiedenen Ärzten waren und auch einige Dinge eingekauft haben, sind wir nun ziemlich müde. Daher ist es gut, dass in den letzten beiden Wochen nicht mehr ganz so viel auf dem Programm steht. Noch einige Besuche, noch einige Besorgungen und schließlich das letzte Mal unsere Koffer packen. Doch nach zehnmal alles ein- und auspacken in den letzten acht Wochen dürfte dies fast schon Routine sein. Wir hoffen sehr, dass wir am Ende unserer Zeit in Deutschland nun etwas zur Ruhe finden und entspannen können.
Montag, 29. Juli 2013
Dienstag, 23. Juli 2013
Dienstag, 16. Juli 2013
Gäste im eigenen Land
Nach einigen Tagen Urlaub in der Nähe von Bremen - Zeit mal nur für uns als Familie - werden wir heute Abend wieder zu Madeleine`s Eltern fahren. Dort werden wir knapp zwei Wochen sein und danach die letzten zwei Wochen bei Stephan´s Eltern verbringen. Heute in genau vier Wochen landen wir dann wieder in Südafrika, wohnen in unserem eigenen Haus, sind keine Gäste mehr und finden hoffentlich bald wieder zu unserer Familieroutine zurück.
Keine Frage, uns geht es total gut in Deutschland und wir genießen diese besondere Zeit. Nichts von dem, was wir bisher erlebt haben, hätten wir im Nachhinein anders gemacht. Nichts von dem, was im nächsten Monat noch ansteht, wollen wir missen. Deutschland ist unsere Heimat, hier wohnen unsere Familien und der größte Teil unserer Freunde. Deutsch ist unsere Sprache und wir sind stark geprägt durch die deutsche Kultur.
Auch wenn wir nun überall total herzlich aufgenommen werden, so fühlen wir uns doch immer als Gäste. Gäste im eigenen Land. Denn in den letzten 2,5 Jahren ist Melusi immer mehr zu unserem neuen Zuhause geworden ist. Wir wissen nicht, wie lange wir in Südafrika noch bleiben werden. Dies ist auch nichts, worüber wir momentan nachdenken. Denn aktuell wissen wir, dass Melusi unser Platz ist - unser Zuhause. Daher genießen wir die Zeit in unserer Heimat [Deutschland] und freuen uns schon, in vier Wochen wieder Zuhause zu sein.
Dienstag, 9. Juli 2013
Alles Barthel oder was !?
Ein Highlight unserer Zeit in Deutschland war auf alle Fälle das Barthel Familientreffen am vergangenen Wochenende im Harz. 18mal Barthel [9 Erwachsene & 9 Kinder im Alter von 1-8 Jahre] für vier Tage zusammen unterwegs. Es war für alle eine großartige Zeit und ein besonderes Geschenk für uns, dies so miterleben zu dürfen. Familie zu haben, ist schon etwas sehr Wertvolles.
Weil das Video leider nur schlecht übertragen wird, gibt es hier die Bilder noch einmal in besserer Qualität.
Samstag, 29. Juni 2013
Nichts zu lachen, oder !?
Für Madeleine gibt es zur Zeit, nicht viel zu lachen. Eine Zahnwurzel hatte sich stark vereitert und mußte am Montag operativ behandelt werden. Doch seitdem lassen die Schmerzen nicht nach, sondern nehmen weiter zu. Seit heute nimmt sie nun Antibiotika und wir hoffen, dass Madeleine bald wieder lachen kann.
Auch die Kinder sorgen sich nun sehr um Mama. Ben.Luca erklärte uns gestern, dass er weiß, was wir machen sollten: "Wir fahren zur Apotheke und kaufen Medizin, die die Mama dann nehmen muss." Darauf Elisa.Joy: "Welche Medizin?" Ben.Luca: "Na gegen Zahnschmerzen." Doch damit gibt Elisa.Joy sich nicht zufrieden: "Welche Sorte?" Ben.Luca überlegt kurz und antwortet dann: "Erdbeere."
Da konnte selbst Madeleine etwas lachen.
Sonntag, 23. Juni 2013
Bittere Enttäuschung
Vor wenigen Tagen erhielten wir eine Nachricht aus Melusi, die für uns wie ein Schock war:
Calvin [23 Jahre] war einer unserer großen Hoffnungsträger. Ende Oktober kam er zu uns als Resident. Doch anders als die anderen Residents hatte er vorher nicht auf der Straße gelebt, hatte keine Probleme mit Alkohol, rauchte nicht und war immer sehr zuvor kommend und hilfsbereit. Sein Problem war: Er wurde aufgrund einer dummen Entscheidung von einer Bibelschule verwiesen. Doch weil er aus Malawi stammt und seine Eltern über ihn enttäuscht waren, konnte er nicht zurück. Gestrandet in einem fremden Land. Auf "wundervolle" Weise kam er dann nach Melusi.
Nach etwas Mühe in der Anfangszeit hatte er seinen Platz bei uns gefunden. Über die letzten Monaten haben wir viel in ihn investiert. Er bekam nach und nach mehr Verantwortung und war irgendwann Teil unseres Teams der Kinder- und Jugendarbeit. Dies war seine Stärke und nicht nur Ben.Luca spielte liebend gern mit ihm.
In der Zwischenzeit hat er sich mit seinen Eltern ausgesöhnt und wollte nächstes Jahr nach Malawi zurückkehren. Sein Plan war, dort ein missionarisches Projekt unter Kindern zu unterstützen. Darauf wollten wir ihn in den nächsten Monaten eigentlich vorbereiten.
Doch dann bekam er einen Anruf, dass seine Mutter schwer erkrankt sei. Finanziell gab es für ihn keine Möglichkeit, nach Malawi zurückzukehren. Er hatte keine Geld und auch nicht den Mut, uns zu fragen. Also woher nehmen, wenn nicht stehlen.
So nutzte er in einer absoluten Kurzschlußreaktion seine Privilegien aus, organisierte sich einen Schlüssel und verschaffte sich - während zwei Kurzzeitler gerade beim Hauskreis waren - Zutritt zu ihrer Wohnung. Den elektrischen Zaun stellte er aus, eine Leiter besorgte er sich aus der Werkstatt und türmte dann mit den Laptops und den Kameras seiner Freunde.
Doch noch in derselben Nacht, konnten unsere Mitarbeiter ihn in der Stadt stellen. Die Polizei verhaftete ihn und nur wenige Tage später erschien er vor Gericht. Neun Monate lautete das Urteil, doch vielleicht kommt er auch wegen guter Führung eher raus.
Für uns und das ganze Team eine bittere Enttäuschung. Vor allem der Fakt, dass es einige Tage gedauert hat, bis er sich bei uns entschuldigte und Reue empfand. Waren die letzten Monate und all unsere Mühe umsonst? Bestimmt nicht. Sollen wir weiterhin Vertrauen in unsere Männer setzen? Ganz bestimmt. Doch eine Enttäuschung ist es trotzdem.
Mittwoch, 19. Juni 2013
Begegnungstage
Zur Zeit "wohnen" wir für zwei Wochen bei Madeleines Eltern und freuen uns, nicht wie in den letzten Wochen aller drei Tage umziehen zu müssen. Wir genießen es, momentan etwas Zeit zu haben, um viele Freunde zu treffen und Familie zu besuchen. Es ist schon anders, mal wieder ganz persönlich unseren Freunden gegenüber zu sitzen, miteinander zu reden und über das Erlebte auszutauschen. Dabei merken wir immer wieder, wie viele Leute wirklich Anteil nehmen an unserem Leben. Dies ist ein echtes Geschenk.
Nebenbei sortieren wir jede Menge Briefe, die in den letzten 2,5 Jahren kamen und kämpfen uns durch die deutsche Bürokratie - wir müssen und für die 10 Wochen wieder anmelden und allerhand Sachen beantragen. Daher sind wir noch nicht so richtig zur Ruhe gekommen - wer weiß, ob dies uns mit unseren drei Kids überhaupt gelingt. Doch in Allem geht es uns echt gut und wir freuen uns, diese "Auszeit" zu haben.
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