Mittwoch, 4. August 2021

Outreach-Impressionen

Nachdem aufgrund strenger Corona-Beschränkungen jegliche Versammlungen in den letzten Wochen untersagt waren, können wir nun wieder mit unseren verschiedenen Programmen starten. Einen kleinen Eindruck von einer wöchentlichen Bibelstunde gibt es hier:

Während draußen sich jede Menge Kinder begeistert zum Kidsclub treffen, starten die Erwachsenen drinnen mit gemeinsamen Singen. Es ist alles recht spontan, musikalisch vielleicht nicht höchste Qualität, aber es kommt von Herzen.

Dienstag, 27. Juli 2021

Tage der Erholung

Während Teile Südafrika's im Chaos versanken, waren wir gerade für ein paar Tage im Campingurlaub in der Nähe des Krüger Nationalparks. Natürlich verfolgten wir täglich gespannt die Nachrichten und waren im ständigen Kontakt mit unserem Team. Doch den Urlaub abzubrechen und nach Melusi zurückzufahren, war überhaupt keine Option, da viele Straßen gesperrt waren und es viel zu gefährlich gewesen wäre. Wir fühlten uns fast wie in einer Parallelwelt: während in einigen Teilen des Landes das pure Chaos herrschte, genossen wir die wunderschöne Natur, erfreuten uns an den Tieren im Krüger Nationalpark und fühlten uns ziemlich sicher fernab jeglicher Gewalt.
 

Auch wenn wir eigentlich in dieser Zeit gern in Deutschland gewesen wären [Blog "Deutschland, wir kommen - leider nicht"], so waren dieser Urlaub für uns als Familie etwas ganz besodneres. Wir fühlen uns überreicht beschenkt und sind GOTT unglaublich dankbar, dass wir diese Tage der Erholung hatten.  
 
Ein paar Bilder gibt es hier: Bildershow
 

Dienstag, 20. Juli 2021

Tage des Chaos

Für ein paar Tage war Südafrika weltweit in den Schlagzeilen. Leider gab es nicht viel Gutes zu berichten. Als Reaktion auf die Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma hatten seine Anhänger gedroht, das Land unregierbar zu machen. Auch wenn viele mit möglichen Ausschreitungen gerechnet hatten, wurde Südafrika dann doch von der Wucht vollkommen überrascht.

Gezielt - und womöglich von gewissen Pro-Zuma Kräften gesteuert - wurden wichtige Verkehrsverbindungen in unserem Bundesland KwaZulu-Natal [der Heimat von Zuma] blockiert, LKWs in Brand gesteckt, Fabriken und Einkauszentren geplündert, riesige Logistikzentren überfallen und innerhalb kurzer Zeit des Land in einen Ausnahmezustand versetzt. Auch wenn die ursprünglichen Proteste als Unterstützung von Zuma gesehen werden konnten, haben aber vor allem die Plünderungen eine Eigendynamik entwickelt, die nichts mehr mit seiner Inhaftierung zu tun hatten. 160 Einkauszentren wurden geplündert und zum Teil abgebrandt, unzählige kleine Läden wurden einfach platt gemacht, Geldautomaten leergemacht, Lagerhallen ausgeräumt und alles mitgenommen, was ging. Oftmals wurden als erstes Geschäfte überfallen, die Alkohol verkauften. Mehr als 200 Leute sind bei den "Protesten" gestorben - die meisten von ihnen bei Plünderungen oder durch gewalttätige Auseinandersetzungen auf den Straßen.


Die Polizei und die staatlichen Behörden wurden trotz Warnungen völlig überrascht und waren dem Ansturm überhaupt nicht gewachsen. Es war unglaublich zu sehen, wie der Staat innerhalb kürzester Zeit völlig die Kontrolle verloren hat und erst durch die Einberufung der Armee langsam wieder Herr der Lage wurde.

Vielerorts hatten sich bis dahin schon Bürgerwehren gegründet, die Städte oder gewisse Stadtteile kontrollierten und damit versuchten, Plünderungen zu unterdrücken. Auch in Dundee wurden alle Eingänge der Stadt und gewisse wichtige Verkehrspunkte von Bürgern und privaten Sicherheitsfirmen für mehrere Tage und Nächte kontrolliert. Man nahm das Recht in eigene Hand, um sich und die Geschäfte der Stadt zu schützen. In Dundee ist dies zum größten Teil gut gegangen und es ist zu keinen Plünderungen gekommen. Auch Melusi ist komplett verschont geblieben. Leider ist es aber auch durch Bürgerwehren in anderen Städten zu Gewalt zwischen den verschiedenen Rassen gekommen.

Die Ausschreitungen und Plünderungen haben sich - GOTT sei Dank - nicht auf das ganze Land ausgebreitet, sondern fanden vor allem in den beiden größten Städten unserer Provinz und in Gebieten von Johannesburg statt. Trotzdem waren die Auswirkungen landesweit zu merken. Aus Furcht vor Überfällen haben Transportunternehmen ihre Arbeit eingestellt, Lieferketten wurden unterbrochen, die größte Raffinerie im südlichen Afrika musste für einige Tage die Produktion einstellen und eine der wichtigsten Autobahnen und Transportwege war für eine Woche nicht befahrbar... Es herrschte Chaos. 

Nun hat sich die Lage weitesgehend beruhigt, die Regale füllen sich langsam wieder in den Geschäften und alle erholen sich von dem Schock. Doch das Vertrauen in den Staat ist komplett verloren gegangen und Leute leben in noch mehr Angst als schon zuvor.

Samstag, 3. Juli 2021

Deutschland, wir kommen - leider nicht

Die Flüge waren schon seit Monaten gebucht und in den nächsten Tagen sollte es eigentlich los gehen. Doch daraus wird nun leider nichts. Seit nun mehr als einem halben Jahr warten wir auf ein neues Visum. Unser bisheriges ist im Februar abgelaufen und obwohl wir schon im Dezember eine Verlängerung beantragt haben, ist bisher nichts passiert. Die Behörde, die sonst auch nicht durch Schnelligkeit glänzt, befindet sich vermutlich im "Corona-Schlaf". Es gibt einen großen Rückstau an Anträgen und von daher ist es momentan auch nicht absehbar, wann wir unser Visum erhalten werden. Doch ohne gültiges Visum ist eine Aus- und geplante Wiedereinreise ein zu großes Risiko. Von daher hat sich unser großer Wunsch nicht erfüllt. Frustriert und traurig haben wir unsere Flüge storniert und die Reise letztendlich abgesagt. 

Nun nutzen wir die "Winterferien" der Kinder, um für zwei Wochen Zeltern zu fahren. Es geht in die Nähe des Krüger Nationalparks. Auch wenn es nicht Deutschland ist, freuen wir uns trotzdem auf diese Zeit.

Dienstag, 29. Juni 2021

Rein, raus, aus

Als im Feburar die meisten Corona-Beschränkungen in Südafrika aufgehoben worden, haben wir angefangen, unsere Gottesdienste im Melusi Gebetsgarten zu feiern. Dies hatte ein ganz besonderes Flair und die meisten Leute haben es richtig genossen, Gott im Freien zu loben. Ende Mai wurde es zunehmend kühler und im Schatten des Gebetsgarten etwas ungemütlich. So haben wir die Gottesdienste wieder in die Kirche verlegt und waren ganz glücklich, diese Möglichkeit zu haben.


In den letzten Wochen sind die Neuinfektionen aber leider wieder erheblich angestiegen und neue Beschränkungen wurden erlassen. Versammlungen in Gebäuden wurden auf 50 Leute begrenzt und so sind wir kurzerhand wieder nach draußen gezogen. Wir haben uns ein Platz in der Sonne gesucht und uns gefreut, dass wir uns wenigstens noch treffen können. Doch schon nach zwei Gottesdiensten müssen wir nun wieder alles ändern. Jegliche Treffen und Versammlungen - sowohl in Gebäuden wie auch im Freien - wurden untersagt. Nun haben wir alle unsere Kidsclubs, Outreaches, Jugendprogramme und auch unsere Sonntagsgottesdienste auf unbestimmte Zeit abgesagt.

Dienstag, 8. Juni 2021

WEC Missionstage 2021

 

Alle Links zum Livestream und den Zoom Räumen werden hier veröffentlicht werden:
www.wec-international.de/wmt  

Der Gottesdienst sowie die Nachmittagsveranstaltung können auch später noch auf YouTube angesehen werden, während die Teilnahme am Gebetsabend und an den Seminaren nur zu den angegebenen Zeiten möglich ist.

Visa-Chaos

Alle internationalen Mitarbeiter, die länger als drei Monate in Melusi sein möchten, benötigen ein Freiwilligendienstvisa. Dies zu erhalten war vor einigen Jahren eigentlich kein größeres Problem. Man musste etwas warten, aber konnte davon ausgehen, dass man es letztendlich bekam. Doch leider hat sich die Visavergabe in den letzten Jahren zu einem absoluten Albtraum entwickelt.

Die südafrikanische Botschaft in Deutschland händigt nur extrem ungern diese Art von Visa aus - vor allem an Leute, die schon über eine abgeschlossene Ausbildung/Studium verfügen. Man steht sofort im Verdacht, Einheimischen Arbeitsplätze wegzunehmen und wird sehr kritisch hinterfragt. Selbst ein Gespräch eines befreundeten Politikers mit dem südafrikanischen Botschafter in Deutschland bezüglich Melusi hat nicht wirklich zur Verbesserung der Lage beigetragen. Es ist und bleibt sehr spannend. Zum Teil muss man bis 1-2 Tage vor dem geplanten Abflug warten, bevor man dann hoffentlich sein Visa bekommt.

Die südafrikanische Botschaft in den Niederlanden ist jetzt noch einen Schritt weitergegangen und hat die Vergabe von Freiwilligendienstvisa kurzerhand komplett eingestellt. Dummerweise betrifftt dies auch eine Familie, die schon seit Jahren zu Melusi gehört und auf ein neues Visa in den Niederlanden gewartet hat. Falls in den nächsten Tagen nicht noch ein Wunder geschieht und der Botschafter eine Ausnahme macht, wird es für sie keinen Weg zurück nach Melusi geben. Für neue Mitarbeiter aus den Niederlanden scheint die Tür aber leider auf unbestimmte Zeit geschlossen zu sein.

Einmal nach Südafrika mit einem Freiwilligendienstvisa eingereist, kann man es vor Ort verlängern. Aber leider geht auch dies nicht ohne Tücken. Eine private Firma übernimmt die Entgegennahme des Antrags. Dies läuft alles noch recht professionell ab. Doch sobald der Antrag an die Behörde zur Ausstellung des Visabescheides weitergeleitet wird, beginnt das Drama. Monatelanges Warten, zweifelhafte Entscheidungen, fehlerhafte Bescheide, verlorengegangene Anträge ... Man weiß nie, was man bekommt.

Wir warten nun schon seit einem halben Jahr auf die Verlängerung unseres Visa. Bisher wurde nur Jo.Ann's ausgestellt. Doch anstelle der beantragten drei Jahre, wurde ihr nur ein Jahr genehmigt. Von daher müssen wir Ende diesen Jahres erneut für sie beantragen. Wir anderen verfügen seit Februar über kein gültiges Visa mehr. Solange wir in Südafrika sind, stellt dies kein wirkliches Problem dar. Doch bei einer Ausreise würde man für fünf Jahre von einer Wiedereinreise gebannt werden. 

Nun warten wir fieberhaft, da wir eigentlich Anfang Juli für ein paar Wochen nach Deutschland kommen wollten. Nach aktuellem Stand scheint dies nicht möglich zu sein. Doch man weiß ja nie. Vielleicht überrascht uns die Behörde einmal positiv und stellt die fehlenden Visa noch kurzfristig aus. Ansonsten müssen wir unseren Besuch dieses Jahr leider absagen.