Sonntag, 23. Mai 2021

Corona in Melusi

Alles fing vor zwei Wochen an. Ein paar Mitarbeitern ging es nicht gut. Kopfschmerzen, Müdigkeit - alles nichts dramatisches und den meisten ging es auch nach 2-3 Tagen schon wieder besser. Die Programme liefen normal weiter, gab es doch kaum Grund an Corona zu denken. Die Zahlen der täglichen Neuansteckungen waren weiterhin sehr niedrig und die lang angekündigte dritte Welle, schien einfach nicht kommen zu wollen. 

Als dann aber eine Mitarbeiterin plötzlich nicht mehr richtig Riechen und Schmecken konnte, waren wir dann doch alarmiert und schickten sie zum Testen ins Krankenhaus. Der Schnelltest fiel negativ aus und wir atmeten alle auf. Da sich ihr Zustand aber verschlechterte, schickten wir sie zwei Tage später mit der Bitte um einen PCR-Test noch einmal zum Krankenhaus. Die Krankenschwestern sahen aber keine Notwendigkeit darin und schickten sie ohne einen weiteren Test wieder nach Hause. 

Warten vor dem "Melusi Testzentrum"

Da sich mittlerweile weitere Mitarbeiter krank fühlten, schickten wir am Samstag letzte Woche drei Leute zum Testen ins Krankenhaus. Als aber nach drei Stunden Warten sich noch nichts getan hatte, verließen wir erneut frustriert das Krankenhaus. Irgendwie ahnten wir da, warum die Coronazahlen in Südafrika weiterhin so niedrig sind...

Am Montag unternahmen wir einen erneuten Anlauf. Dieses Mal mit "Erfolg": die erste Freiwillige wurde positiv auf Corona getestet. Die Mitarbeiter des Krankenhauses versprachen, umgehend ein Team nach Melusi zu schicken, welches uns alle testen sollte. Als wir dann am nächsten Tag aber bei dem Team anfragten, wann sie nun endlich kommen würden, wußten sie noch nicht einmal von uns Bescheid. Man schien es also nicht ganz so eilig zu haben. 

Da wir aber Klarheit haben wollten, fuhren wir mit 10 Leuten ins Krankenhaus. Dabei wurden zwei weitere Freiwillige positiv getestet. Daraufhin kam dann doch noch das Einsatzteam nach Melusi, testete alle, die bisher noch nicht getestet wurden und "entdeckte" weitere Corona-Erkrankte. Dieses Mal wurden PCR-Tests durchgeführt, die anschließend ins Labor geschickt wurden. Dumm nur, dass scheinbar drei Tests "verloren" gegangen sind. Jedensfalls warten wir noch immer auf die Ergebnisse.

Ben.Luca beim Testen - jeder der Melusi Gemeinschaft wurde getestet

In aller Aufregung und zum Teil auch Frust über die Testssituation sind wir überaus dankbar, dass bisher keiner ernsthaft erkrankt ist, alle Mitarbeiter sich relativ einfach isolieren können und sich bisher außer vielleicht einem Resident kein weiterer unserer Männer angesteckt hat.

Nun haben wir für zwei Wochen einen Melusi Lockdown ausgerufen. Alle Dienste und Programme sind vorerst abgesagt, wir verlassen nicht das Gelände, die Kinder gehen nicht zur Schule und keiner darf nach Melusi kommen. Nun hoffen und beten wir, dass wir damit den Virus in Melusi stoppen können.

Freitag, 7. Mai 2021

Kurzurlaub in den Bergen

Die Kinder hatten ein paar Tage Ferien und wir haben die Gelegenheit genutzt, um mal kurzr raus zu kommen. Die letzten Wochen waren sehr intensiv gewesen und so war es gut, dass wir einfach mal etwas Abschalten konnten und als Familie allein unterwegs waren. Wir waren in den Bergen Zelten, sind gewandert, haben uns von einem Berg abgeseilt, am Lagerfeuer gesessen und sind total viel in einem beheizten Pool geschwommen. Es war einfach schön und wir haben diese Tage ausgiebig genossen [mehr Bilder gibt es hier].

Montag, 26. April 2021

Gott am Werk

Vier unwahrscheinlich bewegende Lebensgeschichten, viermal Gott persönlich am Werk. Ein ehemaliger Muslim, eine Frau, die als Hindu aufgewachsen ist, ein Mädchen, die von bösen Geistern geplagt wurde und eine Frau, die als traditionelle Geistheilerin bekannt war - vier ganz unterschiedliche Geschichten. Doch jeder von ihnen hat Gottes Gnade ganz persönlich erleben dürfen. Es war daher ein echtes Freudenfest als die Vier sich nun in unserem Gottesdienst taufen ließen.



Dienstag, 13. April 2021

Ausländer raus oder rein

Seit mehreren Jahren wird es immer schwieriger, in Deutschland ein Visa für einen Freiwilligendienst in Südafrika zu bekommen. Vor allem wenn man eine Berufsausbildung oder einen Studienabschluß vorweisen kann, muss man sich sehr genau erklären, aus welchen Gründen man einen Freiwilligendienst machen möchte. Außerdem möchte die südafrikanische Botschaft wissen, inwieweit der Aufenthalt in Südafrika der eigenen Karriere dient.

Die Hintergründe der zunehmenden Komplikationen können nur erahnt werden. Einer der Hauptgründe scheint zu sein, dass man nicht möchte, dass [weiße] ausländische Fachkräfte schwarzen Südafrikanern Arbeitsplätze wegnehmen [die Arbeitslosenquote ist bei über 30% - Tendenz steigend]. Auch wenn dies in einem Freiwilligenprogramm oft nicht der Fall ist, so versucht jedenfalls die südafrikanische Botschaft in Deutschland dies von vornherein auszuschließen. Dies macht es momentan für Melusi ziemlich kompliziert, neue internationale Mitarbeiter zu gewinnen. Jeder Visaantrag wird zur Gedulds- und Nervenprobe.

Auf der anderen Seite leben und arbeiten geschätzt weit mehr als eine Million illegale Einwanderer aus Simbabwe in Südafrika. Sie haben zum Teil eine bessere Schulbildung als viele Südafrikaner, sprechen ein besseres Englisch und sind im Gegensatz zu vielen Einheimischen vor allem als harte Arbeiter bekannt, die sich auch nicht scheuen, Verantwortung zu übernehmen. Dies macht sie für viele Betriebe und Bauern interessant. Doch leider werden sie oft auch ausgenutzt, als billige Arbeitskräfte eingesetzt oder ohne Bezahlung wieder weggeschickt. Beschweren können sie sich kaum, da sie ja illegal sind. Außerdem sind sie bei vielen Südafrikanern auch nicht hoch angesehen - nehmen sie doch Arbeitsplätze weg.

Es ist und bleibt eine schwierige Geschichte.


Montag, 29. März 2021

Mauerfall II.

März 2021
  
Wie sich die Bilder doch ähneln. Genau vor vier Jahren hatten wir den ersten Mauerfall in Melusi. Mitten in der Nacht verlor ein Fahrer die Kontrolle über sein Auto und landete in unserer Grundstücksmauer [Blog: "Mauerfall"].
Als gestern Nachmittag ein junger Mann einigen Autos, die sich gerade ein Rennen durch die Stadt lieferten, an einer Kreuzung ausweichen wollte, landete auch er in unserer Mauer. Und auch dieses Mal hielt die Mauer dem Aufprall nicht stand.

März 2017

Montag, 15. März 2021

Endlich da


Es ist etwas mehr als ein Jahr her, dass wir unseren letzten neuen Mitarbeiter begrüßen durften. Seitdem haben uns neun Leute - mindestens vorübergehend - verlassen müssen. Obwohl wir viele unsere Dienste aufgrund von Covid-19 nicht oder nur eingeschränkt durchführen können, waren die letzten Monate für unser kleines Team doch recht anstrengend.

 
Von daher freuen wir uns nun umso mehr, dass wir vor einigen Tagen endlich Verstärkung erhielten. Joel [19 Jahre / Deutschland] hat vor kurzem sein Visa erhalten und konnte einen der wenigen Flüge nach Südafrika nutzen, um nach Melusi zu kommen. Herzlich Willkommen Joel.
 
Wir beten weiterhin sehr dafür, dass in der nächsten Zeit noch weitere Mitarbeiter die Möglichkeit haben, unser Team und unsere Arbeit zu verstärken. Vieles hängt von den südafrikanischen Botschaften in den jeweiligen Ländern und der weltweiten Corona-Lage ab. Es bleibt daher nach wie vor spannend. Doch momentan freuen wir uns, dass wenigstens ein Anfang gemacht ist.

Sonntag, 7. März 2021

Gottesdienst im Garten

Am 15. März 2020 konnten wir unseren letzten "einschränkungsfreien" Gottesdienst in Melusi feiern. Danach ging für viele Monate aufgrund von Corona nichts mehr. Zwar haben wir uns als Melusi Gemeinschaft [Team & Residents] in dieser Zeit weiterhin getroffen, doch von außerhalb durfte keiner dazukommen. Dies änderte sich erst im Oktober als wir mit gewissen Auflagen und Beschränkungen wieder offiziell Gottesdienste feiern konnten. Doch noch vor Ende des Jahres war damit schon wieder Schluß: komplettes Versammlungsverbot = keine Gottesdienste.

Seit Anfang Februar dürfen wir uns nun wieder treffen und Gottesdienste feiern. Da die Auflagen es nicht anders zuließen, verlegten wir unsere Gottesdienste kurzerhand ins Freie und treffen uns seitdem in unserem Gebetsgarten. Auch wenn es weiterhin ungewohnt ist, im Corona-Abstand zu sitzen und mit Maske zu singen, so genießen wir unseren Gottesdienst im Garten und freuen uns, dass wir uns momentan überhaupt treffen dürfen.