Montag, 15. März 2021

Endlich da


Es ist etwas mehr als ein Jahr her, dass wir unseren letzten neuen Mitarbeiter begrüßen durften. Seitdem haben uns neun Leute - mindestens vorübergehend - verlassen müssen. Obwohl wir viele unsere Dienste aufgrund von Covid-19 nicht oder nur eingeschränkt durchführen können, waren die letzten Monate für unser kleines Team doch recht anstrengend.

 
Von daher freuen wir uns nun umso mehr, dass wir vor einigen Tagen endlich Verstärkung erhielten. Joel [19 Jahre / Deutschland] hat vor kurzem sein Visa erhalten und konnte einen der wenigen Flüge nach Südafrika nutzen, um nach Melusi zu kommen. Herzlich Willkommen Joel.
 
Wir beten weiterhin sehr dafür, dass in der nächsten Zeit noch weitere Mitarbeiter die Möglichkeit haben, unser Team und unsere Arbeit zu verstärken. Vieles hängt von den südafrikanischen Botschaften in den jeweiligen Ländern und der weltweiten Corona-Lage ab. Es bleibt daher nach wie vor spannend. Doch momentan freuen wir uns, dass wenigstens ein Anfang gemacht ist.

Sonntag, 7. März 2021

Gottesdienst im Garten

Am 15. März 2020 konnten wir unseren letzten "einschränkungsfreien" Gottesdienst in Melusi feiern. Danach ging für viele Monate aufgrund von Corona nichts mehr. Zwar haben wir uns als Melusi Gemeinschaft [Team & Residents] in dieser Zeit weiterhin getroffen, doch von außerhalb durfte keiner dazukommen. Dies änderte sich erst im Oktober als wir mit gewissen Auflagen und Beschränkungen wieder offiziell Gottesdienste feiern konnten. Doch noch vor Ende des Jahres war damit schon wieder Schluß: komplettes Versammlungsverbot = keine Gottesdienste.

Seit Anfang Februar dürfen wir uns nun wieder treffen und Gottesdienste feiern. Da die Auflagen es nicht anders zuließen, verlegten wir unsere Gottesdienste kurzerhand ins Freie und treffen uns seitdem in unserem Gebetsgarten. Auch wenn es weiterhin ungewohnt ist, im Corona-Abstand zu sitzen und mit Maske zu singen, so genießen wir unseren Gottesdienst im Garten und freuen uns, dass wir uns momentan überhaupt treffen dürfen. 

Dienstag, 23. Februar 2021

Safari zu zweit

Es war ein Geschenk zu unserem 10 jährigen Melusi Jubiläum: eine Safari zu zweit - ganz ohne Kinder, dafür mit umso mehr Tieren. Auch wenn es nicht unsere erste Safari oder "Game Drive" [wie man es in Südafrika nennt] war, so war es unglaublich faszinierend, viele Tiere aus nächster Nähe zu sehen. [mehr Bilder
 

Sonntag, 14. Februar 2021

Geschlossen

Im April 2020 wurden wir durch den Bürgermeister von Dundee angefragt, Räumlichkeiten als Quarantänestation dem örtlichen Krankenhaus zur Verfügung zu stellen. Innerhalb weniger Tage hatten wir zwei Gebäude für mehr als 20 Patienten vorbereitet. Es schien als sei es nur noch eine Frage der Zeit bis die ersten Patienten kommen sollten. [Blog: "Das lange Warten auf die Patienten"]

Doch daraus wurde nichts. Das Gesundheitsministerium benötigte vier Monate, um uns einen Vertrag vorzulegen. Als dieser dann endlich unterschrieben war, bestand eigentlich kein Bedarf mehr. Trotzdem lieferte das Krankenhaus benötigtes Material und engagierte extra einen Sicherheitsdienst, der unsere beiden Gebäude rund um die Uhr bewachte. Tag für Tag, Woche für Woche. Monat für Monat. Doch Patienten kamen keine. 

Selbst als im Dezember und Januar die zweite Corona-Welle nach Südafrika kam, wurden unsere Gebäude nicht genutzt. Das Krankenhaus hatte alle Hände voll zu tun mit Patienten, die um ihr Leben kämpften. Für diese Patienten waren wir nicht ausgerüstet und für das Betreiben einer zusätzlichen Quarantänestation fehlte es dem Krankenhaus schlicht weg an Personal und Ressourcen.

Nachdem nun auch die zweite Corona-Welle weitesgehend vorüber ist, wurde unser Vertrag vom Gesundheitsministerium nicht mehr verlängert. Das Krankenhaus holte alles Material in den letzten Tagen ungenutzt wieder ab und der Sicherheitsdienst wurde nach sechs Monaten abgezogen. 
Letztendlich ist es Gottes Gnade, dass unsere Gebäude nicht benötigt worden.

Donnerstag, 4. Februar 2021

... UND IM FRIEDEN GELEITET WERDEN.

"Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden." [Jesaja 55.12] 
 
 
Als wir nach einer langen Reise am 04. Februar 2011 in Südafrika ankamen, waren wir einfach nur müde und überwältigt von den vielen neuen Eindrückem. Die ersten beiden Wochen waren wir in Durban zu einem Einführungsseminar. Von dort aus ging es dann nach Melusi: unserem neuen Zuhause.
Endlich konnten wir unsere Koffer auspacken - aus denen wir gefühlt mehrere Monate gelebt hatten. Endlich hatten wir wieder eine eigene Wohnung und dann sogar gleich ein eigenes kleines Haus. Endlich waren wir an dem Platz angekommen, der unser Zuhause für die nächsten 10 Jahre - und hoffentlich noch länger - werden sollte.

 
Die letzten 10 Jahre waren ein echter Segen für uns. Wir sind als Familie in vielerlei Hinsicht gewachsen und wissen uns reich beschenkt. Wir durften unglaublich viele tolle Menschen kennen lernen und mit ihnen unser Leben teilen. Wir haben unzählig viele Freunde gewonnen und sind durch die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen bereichert worden. Wir könnten endlos Geschichten erzählen über das Leben in Gemeinschaft und das Leben in einer anderen Kultur. Wir haben zusammen gelacht und geweint, vieles wunderschöne, aber auch vieles traurige erlebt. Doch das Wertvollste für uns an allem ist, dass wir dies gemeinsam als Familie erleben dürfen. 
Wir sind vor 10 Jahren in großer Freude ausgezogen und durften in all diesen Jahren erleben, wie Gott uns in seinem Frieden geleitet hat. Gott ist treu und seine Güte und Barmherzigkeit hat uns jeden Tag begleitet. Es kann nichts schöneres geben.

Mittwoch, 3. Februar 2021

IHR SOLLT IN FREUDEN AUSZIEHEN ...

"Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden." [Jesaja 55.12] 
Heute vor genau 10 Jahren sind wir mit diesem Bibelvers als Zuspruch Gottes mit unseren damals zwei kleinen Kindern nach Südafrika ausgereist. Es hieß Abschied nehmen von Familien und Freunden und sich auf ein echtes Glaubensabenteuer einlassen.

Seit unserer Hochzeit hing dieses Bild, welches wir als Geschenk von Freunden bekamen, über unserer Wohnungstür. Es war eine tägliche Erinnerung an Gottes Berufung für uns: In die Welt zu gehen und Menschen zu seinen Nachfolgern zu machen. Es war aber zugleich auch immer ein großartiger Zuspruch Gottes, dass wir in Freuden ausziehen und in seinem Frieden geleitet werden.

Obwohl wir auf diesen Tag hingefiebert hatten und die Vorfreude täglich stieg, fiel uns der Abschied von unseren Familien und Freunden nicht einfach. Die Kinder waren zu klein, um überhaupt richtig zu verstehen, was damals passierte. Und ganz ehrlich gesagt, konnten auch wir uns nicht wirklich vorstellen, was auf uns wartete. So sind wir in großer Vorfreude und gleichzeitig mit Abschiedstränen und einem etwas mulmigen Gefühl ins Flugzeug gestiegen. Das Glaubensabenteuer sollte beginnen.

Samstag, 23. Januar 2021

Kleines Haus, große Freude

Mama Maria und Baba Eric wurden 2010 aus ihrem ursprünglichen Dorf in eine "Übergangssiedlung" umquartiert. Das damalige Versprechen war, dass die Regierung ihnen ein neues Haus in ihrem eigentlichen Dorf baut und ihnen dann kostenfrei zur Verfügung stellt. Gestern war es nach elf Jahren Warten und unzähligen gebrochenen Versprechungen und Enttäuschungen tatsächlich soweit: sie haben die Schlüssel für IHR Haus bekommen. GROSSE FREUDE.


Der Staat Südafrika hat seit vielen Jahren ein großes Entwicklungsprojekt laufen, in dem jedes Jahr tausende Häuser gebaut werden, die dann an Menschen gegeben werden, die bisher in Lehm- oder Blechhütten gewohnt haben. Über die letzten 25 Jahre hat dies wirklich zu einer großen Verbesserung der Wohnsituation für viele Menschen geführt.
Doch leider kommt es dabei immer wieder zu Korruption: die Aufträge für den Bau der Häuser werden unter der Hand gegen viel Geld vergeben, Häuser können nicht fertig gestellt werden, da die Gelder mißbraucht worden sind und nicht immer bekommen wirklich die Ärmsten die Häuser, sondern immer wieder auch Leute, die bereit sind zu bezahlen oder die richtigen Kontakte haben.

Für Mama Maria und Baba Eric ist nach vielen Jahres des Warten nun ihr Traum in Erfüllung gegangen. Endlich müssen sie nicht mehr bei jedem Regen, um den Bestand ihrer Lehmwände fürchten. Endlich haben sie fließend Wasser, eine Dusche und sogar eine richtige Toilette in ihrem Haus. Und sollte die Regierung Wort halten, werden sie noch dieses Jahr an das Stromnetz angeschlossen.
Auf alle Fälle ziehen sie mit fünf Kindern, um die sie sich kümmern in den nächsten Tagen in ihr neues Haus. Ihren kleinen Kindergarten und die Kinderspeisung wird Mama Maria in ihrem alten Haus vorerst aber weiterführen.