Montag, 12. August 2019

Angekommen

"Papa, ich liebe es, zur Schule zu gehen und ich liebe meine Freunde." Mit diesen Worten begrüßte Ben.Luca mich [Stephan] nach seinem dritten Schultag nach unserer Rückkehr aus Deutschland. Auch wenn es für ihn gar nicht so einfach war, unsere Familien in Deutschland zu verlassen, so hat es nicht lange gedauert bis er wirklich wieder richtig in Melusi angekommen ist.
Seit knapp drei Wochen sind wir zurück in Melusi und jeder einzelne von uns hat seinen Platz wieder gefunden. Elisa.Joy hat sich ganz schnell in ihre Schulaufgaben reingekniet und viel aufgeholt. Außerdem steigt sie nun langsam als Mitarbeiterin im Kindergottesdienst mit ein und freut sich an ihren - meist viel älteren - Freundinnen. Für Jo.Ann war sowieso schon am zweiten Tag nach unserer Rückkehr klar, dass Melusi unser Zuhause ist. Sie ist so unbekümmert und freut sich jeden Tag an der Schule und Melusi.


Für Madeleine und mich hat es auch nicht sehr lange gedauert bis wir wieder von unseren täglichen Pflichten eingeholt wurden. Momentan haben wir viele Gäste zu Besuch in Melusi und am Wochenende gibt es das zweite Kinder-Wochenende innerhalb von drei Wochen. Daher ist Madeleine mit ihrem Team gut beschäftigt, alles vorzubereiten und in Ordnung zu bringen. Ich bin während dessen mit unseren anderen "Gästen" - wohnungslosen Männern - gut beschäftigt. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen und wir werden weiterhin von unzähligen Drogenabhängigen aufgesucht. Außerdem bauen wir gerade einen zweiten Sanitärbereich für unsere Männer, erneuern den Zaun um unser Gelände und haben allein heute drei verstopfte Abwasserleitungen repariert. 
In allem wissen wir uns am richtigen Platz und freuen uns, dass wir zwei Plätze auf dieser Welt unser Zuhause nennen dürfen.

Montag, 29. Juli 2019

Zuhause?!

Vor wenigen Tagen hieß es Abschiednehmen. Ein letztes Mal mit Großvater zum Bäcker fahren, ein letztes Mal mit Opa Mau-Mau spielen, ein letztes Mal mit Oma schaukeln, ein letztes Mal Großmutter's leckeres Essen genießen. Es waren richtig schöne Stunde mit unseren beiden Familien. Doch umso schwerer fiel es uns, ihnen später Tschüß zu sagen. Vielleicht war es dieses Mal der bisher schwerste Abschied für uns.

Ein letztes Familienbild auf dem Flughafen

Die ganze Reise nach Melusi verlief super gut - schnell und ohne größere Probleme. So hatten wir dann am Nachmittag sogar noch etwas Zeit, unsere Koffer schon zum großen Teil auszupacken. Doch obwohl wir uns schnell wieder versuchten einzurichten, fühlte es sich zuerst gar nicht nach Zuhause an. Es war ein komisches Gefühl: wir fühlten uns etwas fremd im eigenen Haus. 
Schön war, dass wir uns die ersten Tage etwas Zeit nehmen konnten und nicht gleich wieder voll starten mussten. So konnten wir auch innerlich etwas mehr landen und freuen uns nun, wieder Zuhause zu sein.

Montag, 22. Juli 2019

DANKE Deutschland

Unsere Kinder mit den Barthel-[Groß]eltern
Nun ist unsere Zeit in Deutschland fast wieder vorbei. Morgen Abend geht es zurück nach Südafrika. Auch wenn wir wirklich eine wunderbare Zeit in Deutschland hatten, freuen wir uns nun alle wieder auf unser Zuhause in Melusi. 

Madeleine's Eltern und Schwester zum Familienwochenende
Diese Vorfreude ist natürlich getrübt vom Abschiednehmen von unseren Familien und vielen Freunden in Deutschland. Auch wenn es für uns nun nicht mehr die erste Ausreise ist, an das Tschüß sagen werden wir uns wohl nie gewöhnen. Es fällt uns wirklich nicht einfach, unsere Familien zurück zu lassen und Abschied zu nehmen von vielen Menschen, die uns wichtig sind und die wir nun für eine lange Zeit nicht mehr sehen werden.

Doch in aller Vorfreude und in allem Abschiedsschmerz schauen wir überaus dankbar auf die letzten Wochen zurück. Wir durften so viel Schönes erleben, wurden überreich beschenkt und in zahlreichen Begegnungen sehr ermutigt. Vor allem die Zeit mit unseren Familien und das Wiedersehen von vielen ehemaligen Melusi-Mitarbeitern hat uns total gefreut. Wir waren oft überwältigt von der Liebe, der Herzlichkeit und der Großzügigkeit mit der wir aufgenommen worden.  

Daher wollen wir von ganzem Herzen DANKE sagen. DANKE für eure Verbundenheit, alles Nachfragen, alles Mit-an-uns-Denken und alle Gespräche. DANKE für alle Ermutigung. DANKE für jedes Geschenk. DANKE für jede praktische Hilfe. DANKE für eure Gastfreundschaft. DANKE für alle großzügige Unterstützung. DANKE für jedes Gebet. DANKE für eure Freundschaft.

Montag, 1. Juli 2019

Familienzeit

Was wir in Südafrika vielleicht am meisten vermissen, sind unsere Familien. Daher genießen wir momentan die Tage mit unseren Eltern, Großeltern, Geschwistern, Cousins und Cousinen ... Es ist wirklich schön, sich mal nicht nur über Skype zu begegnen und etwas Zeit miteinander zu haben.

Barthel Enkelkinder mit Großeltern
Mit Madeleine's Familie beim Spielen

Freitag, 21. Juni 2019

Wertvolle Begegnungen

Nun sind wir schon einige Zeit in Deutschland und blicken auf sehr abwechslungsreiche Wochen zurück. Viel waren wir unterwegs, haben in etlichen Gemeinden über Melusi berichtet, zahlreiche Freunde getroffen und wurden immer wieder mit leckerem Eis und anderen deutschen Köstlichkeiten verwöhnt. 
Das Wertvollste in allem sind für uns die vielen Begegnungen mit Freunden, ehemaligen Melusi-Mitarbeitern und unseren Familien. Wir genießen diese Momente, die gemeinsame Zeit, das Reden und Austauschen, das miteinander Lachen und einfach das Zusammensein.

Da die letzten Wochen durch die vielen Besuche und das Reisen zwar sehr schön, aber auch recht anstrengend waren, wünschen wir uns nun, dass wir in der nächsten Zeit etwas zur Ruhe kommen und ein wenig Erholung finden. Auch blieb bisher wenig Zeit, das Erlebte wirklich zu verarbeiten und es war manchmal vor allem für die Kinder schwierig, innerlich Schritt zu halten.
Da wir nun die verbleibenden Wochen bei unseren Eltern wohnen, hoffen wir, dass wir etwas Abschalten können und immer wieder auch Zeiten für uns als Familie finden. 
Doch freuen wir uns natürlich auch weiterhin, auf wertvolle Begegnungen mit unseren Freunden und Familien. Denn dies ist für uns das Wertvollste an unsere Zeit in Deutschland.

Freitag, 7. Juni 2019

Gelandet

Herzlich Willkommen in Deutschland
Gestern am frühen Morgen sind Madeleine und die Kinder gut in Deutschland gelandet. Die lange Reise haben alle super mitgemacht und die Kinder konnten sogar etwas im Flugzeug schlafen. Am ersten Tag waren zwar alle noch ziemlich müde, doch heute ging es schon viel besser. Vor allem als Oma und Opa zur Überraschung der Kinder bei uns in Eppstein vorbeikamen, herrschte große Freude. Nun sind wir gespannt auf die gemeinsame Zeit in Deutschland und die vielen Freunde, die wir treffen werden.

Montag, 3. Juni 2019

Frei

Raj mit Frau und Enkeltochter
Noch kurz bevor ich [Stephan] vor zwei Wochen nach Deutschland geflogen bin, wurden wir von Raj und seiner Familie zum Essen eingeladen. Voller Stolz zeigte er mir sein Haus und seinen kleinen Garten. Dabei kamen wir auch an seiner ehemaligen Gebetsecke vorbei. Raj und seine Frau waren ihr Leben lang Hindus. Sie wurden durch ihre Eltern so aufgezogen, haben diesen Glauben sehr ernst genommen, täglich gebetet, Rituale durchgeführt, in allem versucht ernsthaft dabei zu sein und doch keinen echten Frieden und Erfüllung gefunden. Ihre Gebetsecke war ihr persönlicher Altar und ihr persönliches "Gefängnis" zugleich. Raj und seine Familie waren gefangen in ihrem Glauben an Götter, Geister und Opfergaben.

Vor einigen Jahren ist ihre einzige Tochter in eine tiefe Lebenskrise gerutscht. Dies bedeutete viel Schmerz und Kummer für die ganze Familie. Raj und seine Frau wurden durch eine Beziehung ihrer Tochter in dieser Zeit auch zu Großeltern. Doch genau in der Zeit ihres Zerbruchs lernte die Tochter, Jesus als ihren persönlicher Retter kennen. Er veränderte ihr Leben und schenkte ihr neue Hoffnung. Raj und seine Frau können die Veränderung im Leben ihrer Tochter deutlich sehen, doch können sie es nicht wirklich verstehen.
Im Mai 2018 gehen ihre Tochter und Enkeltochter zu einem evangelistischen Theaterstück in einer Gemeinde in Dundee. Tief bewegt kommt die fünfjährige Hannah an diesem Abend wieder nach Hause und sucht direkt das Gespräch mit ihrem Großvater. Sie spricht über Ewigkeit, Himmel und Hölle und dass Raj ohne Jesus verloren gehen wird. Beeindruckt vom Zeugnis seiner Enkeltochter entscheidet sich Raj, am nächsten Abend gemeinsam mit seiner Frau sich das Theaterstück anzusehen. Das, was sie nie für möglich gehalten haben, passiert: sie lernen Jesus kennen und vertrauen ihr Leben noch am gleichen Abend Gott an. Seit diesem Tag gehören Raj und seine ganze Familie zur Melusi Gemeinde. Er lässt sich taufen und fängt an, tägliche Fahrdienste für Melusi zu übernehmen.  
Als wir vor kurzem gemeinsam vor seiner ehemaligen Gebetsecke standen, konnte Raj nur sagen: "Ich war in meinem alten Glauben so leer und gefangen. Niemand auf der Welt kann mir das geben, was ich durch Jesus gefunden habe: Erfüllung und ewiges Leben. Ich bin frei."