Sonntag, 8. Februar 2015

Zwischen Leben und Tod

Es schien eine Entscheidung über Leben und Tod. Der Doktor hatte nach zwei Wochen vergeblichen Versuchens endlich ein Krankenhaus gefunden, was gewillt war Craig aufzunehmen und welches noch über die entsprechende medizinische Ausstattung verfügte, ihm zu helfen. Doch als der Doktor ihn auf den Transport vorbereitete, verweigerte Craig sich. Er wollte nicht mehr kämpfen. Es wurde ihm einfach zu viel.
Seid Jahren leidete er an Zucker, ein Bein wurde ihm bereits abgenommen, das zweite Bein entwickelte sich schlecht, die Nieren schienen zu versagen und die anderen Organe waren auch nicht mehr stark genug. Craig wollte zurück nach Melusi. Er wollte sterben.


Es waren schwierige Momente. Nachdem Craig seit über einem Jahr bei uns als Resident wohnte, war es nicht so einfach, seine Entscheidung zu aktzeptieren. Wie sehr hatte der Arzt und wir für ihn gekämpft. Doch er selber hatte keine Kraft mehr.
So nahmen wir ihn in unser Care.Centre auf und bereiteten uns innerlich auf das Schlimmste vor. Die Vorzeichen waren auch nicht sonderlich gut. Craig saß die ganze Zeit in seinem Bett und war ständig am Brechen. 
Doch Madeleine hatte eine gewisse Ahnung, dass das Ende nicht so schnell kommen sollte. Die Nieren schienen doch noch zu arbeiten und der Grund seines Erbrechens mußte etwas anderes sein. Als Craig dann immer wieder nach einem Arzt fragte, blieb uns nichts anderes übrig als ihn wieder ins Krankenhaus zu bringen. Dort ging dann alles sehr schnell. Schon am nächsten Tag verlegten sie ihn in ein größeres Krankenhaus und dieses Mal verweigerte Craig sich nicht. 
Es scheint so als ob er unter inneren Blutungen gelitten hat und sie diese nun in den Griff bekommen. Die Ärztin zeigte sich sogar recht optimistisch, dass er in den nächsten Tagen wieder nach Dundee verlegt werden wird und dann auch wieder zurück nach Melusi kommen kann. Dieses Mal nicht zum Sterben. Wir sind gespannt.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Willkommen Maria & Chris

Besuch ist immer etwas Schönes. Noch dazu, wenn er aus Deutschland kommt und man sich schon seit 1,5 Jahren nicht mehr gesehen hat. 


Am Montag kamen Maria [Stephan's Schwester] und Chris, ein guter Freund aus Chemnitz gemeinsam bei uns an. Schon lange hatten wir darauf hingefiebert und die Freude war dann riesengroß als sie endlich hier ankamen. 



Maria & Chris gemeinsam beim Outreach im Township

Nachdem die beiden die ersten Tage in Melusi vebracht haben und dabei schon so einiges erleben konnten, sind sie heute aufgebrochen, um eine Woche durch Südafrika zu reisen. Danach kommen sie noch einmal zu uns zurück und wir werden noch etwas mehr Zeit miteinander haben.

Sonntag, 1. Februar 2015

Good Bye Peter & Angeline

Anfang Dezember haben wir Peter & Angeline, die langjährigen Leiter von Melusi, nach ihrer halbjährigen Auszeit in Australien zurück in Melusi willkommen geheißen. Doch nun hieß es schon wieder Abschied nehmen, da sie für weitere 4,5 Monate nach Australien gehen, um unserer Partnergemeinde zu unterstützen.


Für uns bedeutet dies erneut, dass wir für diese Zeit die Leitung von Melusi übernehmen werden - eine spannende Sache, auf die wir uns freuen.

Dienstag, 27. Januar 2015

DANKE Sister Lynn


"Sister Lynn, Sister Lynn" - wenn sie in Dundee unterwegs ist, wird sie oft von ehemaligen Patienten des Care.Centres angesprochen, frühere Straßenkinder, die sie in Melusi aufnahm, rufen ihren Namen und Familien, die sie über Jahre unterstützt hat, winken ihr zu. Sister Lynn ist einfach aus Melusi und Dundee nicht wegzudenken.


Seit 24 Jahren gehört sie zum Team und es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Melusi ihre Familie ist. Hier hat sie ihren Mann - einen ehemaligen Resident - kennengelernt, hier hat sie zwei Mädchen über Jahre in ihre Familie aufgenommen und ihnen eine Zukunft gegeben und hier hat sie Freunde für's Leben gefunden.


Sister Lynn hat als Krankenschwester unsere HIV/Aids Arbeit aufgebaut, sich um hunderte Patienten gekümmert, unzählige Menschen im Sterben begleitet und persönlich vorgelebt, was es bedeutet den Geringsten zu dienen - und dies alles mit einer unglaublichen Liebe und einer unverstellbaren Barmherzigkeit.


Auch wenn sie weiterhin zur Melusi Familie gehören wird und sich auch in Zukunft in verschiedenster Weise in die Arbeit einbringt, so haben wir doch Sister Lynn am vergangenen Sonntag ganz offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Es war kein Abschiednehmen, sondern eine DANKE-Sagen für 24 Jahre aufopferungsvollen Dienst an Gott und den Menschen. DANKE Sister Lynn.

Sonntag, 25. Januar 2015

Urlaubsgrüße

Nachdem wir im letzten Jahr immer nur mal für eine Woche Urlaub nehmen konnten, hatten wir nun die Möglichkeit am Ende unserer Sommerferien für zwei Wochen an das Meer zu fahren. Freunde aus der Gemeinde stellten uns großzügigerwesie ihr Ferienhaus zur Verfügung.


Und wie man siehr war es wirklich nicht weit bis zum Meer. Da auch das Wetter noch super mitspielte, waren wir fast jeden Tag ausgiebig am Strand.


Doch wir haben dabei nicht nur gefaulenzt, sondern konnten dank immer größer werdender Kinder auch richtig aktiv sein.




Doch zur Abwechslung sind wir auch einmal in einen riesigen Wasserrutschenpark gefahren und haben dort das schöne Wetter, Wasser und geniale Rutschen genossen.


Es war wirklich eine erholsame Zeit und eine willkommene Abwechslung. Wir konnten jeden einzelnen Tag geniessen und gehen nun ganz zuversichtlich und voller neuer Energie in die nächste Zeit.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Schulanfang

Wir haben ein neues Schulkind! Nachdem wir gestern aus unserem Sommerurlaub zurückgekommen sind - einige Eindrücke und Bilder wird es demnächst hier geben - startete heute für unsere beiden großen Kinder die Schule wieder. 


Besonders für Ben.Luca war dies ein großer Tag, da er nun nicht mehr länger in die Vorschule geht, sondern ein richtiges Schulkind ist. Dementsprechend aufgeregt und aufgedreht war er dann den ganzen Tag über auch. Er hat sich riesig gefreut und gleichzeitig war er ganz schön nervös. Doch er hat es gut gemacht und kam freudestrahlend aus der Schule zurück.



Für ihn - wie für alle anderen Erstklässler - gab es von der Schule noch eine Zuckertüte als Geschenk. Auch wenn die meisten Kinder gar nicht verstanden warum, so freuten sie sich doch sehr über diesen deutschen Brauch.


Für Ben.Luca heißt dies nun, dass auch er endlich eine Schuluniform hat. Was in Deutschland ein Schock wäre, ist in Südafrika absolute Selbstverständlichkeit. Keine Schule ohne Schuluniform. Und nicht nur Ben.Luca ist mächtig stolz darauf.

Sonntag, 4. Januar 2015

Ein guter Start

Schon traditionell sind wir am 1. Januar mit dem gesamtem Team, unseren Residents und einigen Leuten aus der Gemeinde, an einen See zum Grillen gefahren. Da es am Morgen noch nieselte, waren im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich weniger Leute vor Ort. Dies hat es unwahrscheinlich entspannt gemacht und wir haben das immer besser werdende Wetter und unseren tollen Platz voll genossen.


Der absolute Höhepunkt des Tages war aber die Taufe von drei Jugendlichen. Zwei von ihnen haben durch ein Sportangebot von uns von Jesus gehört und waren letztes Jahr erstmalig zu einer Wochenendfreizeit in Melusi. Seitdem kommen sie ganz regelmäßig zu unseren Gottesdiensten und sind immer voller Begeisterung dabei. Nun wollten sie ihre Entscheidung, Jesus zu folgen, auch öffentlich machen und bewusst Teil der Gemeinde werden. Es war unwahrscheinlich bewegend, ihre Freude über die Taufe zu sehen. 
Ein wirklich guter Start in das neue Jahr.