Mittwoch, 23. Februar 2011

Molkerei & Stromausfall

Gestern sind die Kinder und Stephan mit einem Mitarbeiter von Melusi zu einer der größten und führenden Molkereien in der Umgebung gefahren, um eine Milchspende abzuholen. Dies dürfen wir zweimal in der Woche tun und ich sollte mit eingeführt werden, da es in Zukunft sein kann, dass ich immer mal dorthin fahre.
Als wir dort ankamen, wurde uns aber gesagt, dass sie es leider vergessen haben und wir heute nichts bekommen. Der Mitarbeiter von uns wollte uns aber einen Gefallen tun und fragte, ob er uns mal die Molkerei zeigen darf. Nach etlichen Gesprächen kam dann ein junger Manager und gab uns eine Privatführung. Mit Haube bedeckt - dass auch ja kein Haar in die Suppe / Milch fällt - hat er uns alles gezeigt. So haben wir u.a. live gesehen, wie der Joghurt in die Dose kommt und wie eine Plastikflasche entsteht. Das war nicht nur für die Kids eine coole Erfahrung.

Elisa.Joy mit Haube und einer frischgepressten Milchflasche

Am Abend kam wieder der Regen und diesmal blieb der Strom mehr als 2,5 Stunden weg. Wir waren gerade einkaufen, hatten bezahlt und plötzlich wurde alles dunkel im Laden. Da der Strom nicht so schnell wiederkam und es in der Zwischenzeit dunkel wurde, waren wir ganz froh, dass unsere Kinder jeweils eine kleine Taschenlampe zum Abschied geschenkt bekommen haben. So saßen wir wieder bei Kerzenlicht am Abendbrotstisch und haben mit den Taschenlampen Elisa.Joy und Ben.Luca ins Bett gebracht. Toll war, dass sofort ein englisches Ehepaar und auch ein Mann, der hier betreut wird, zu uns kamen und gefragt haben, ob wir Kerzen haben und bei uns alles o.k ist. Wenn es auch manchmal an solchen Dingen wie Strom fehlt, so sind wir doch in allem gut versorgt.  

Dienstag, 22. Februar 2011

Afrikanischer Regen

Die letzten Wochen hatte es nicht geregnet und so war alles Gras und der Garten sehr trocken. Doch gestern Nachmittag kam dann endlich der Regen - mit aller Macht. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Himmel dunkel und es schüttete aus vollen Kannen. Auf dem Gelände gibt es einige Regenrinnen, die den Regen auffangen und dann zum See leiten. Wirklich clever gemacht, da der trockene Boden den Regen gar nicht so schnell aufnehmen kann. Es war schon unglaublich, wie schnell die Regenrinnen gefüllt waren und das Wasser abfloss.


Leider war unser Haus dem Regen nicht ganz gewachsen, so dass es nach einiger Zeit in der Küche und auch im Schlafzimmer von der Decke tropfte. Auch die Eingangstür schließt nur mangelhaft, so dass das Wasser auch dort etwas reinlief. Es gibt für uns also noch ein paar Dinge zu reparieren ...


Während es draußen regnete nutzten wir die Zeit, um unsere Zimmer langsam zu dekorieren und zu unserem Zuhause zu machen. Vor allem das Kinderzimmer sieht schon sehr schön aus und die Kids sind begeistert von ihrem eigenen Zimmer.
Als wir dann beim Abendbrot saßen und der Regen so langsam aufhörte, verschwand plötzlich der Strom. Wir saßen im Dunkeln, zündeten eine Kerze an und genossen unser romantisches Abendbrot.
In vielen solchen Situationen kommen wir nun mehr und mehr in Afrika an. Es ist wirklich ein anderes Lebensgefühl.

Sonntag, 20. Februar 2011

Melusi

Wir sind da - in unserem neuen ZUHAUSE. Es fühlt sich zwar noch nicht so an, aber seit gestern wohnen wir in Melusi [Dundee] und sind stolze "Besitzer" eines kleinen, aber feinen Hauses. Es befindet sich direkt auf dem ca. 5 ha großen Gelände der christlichen Lebensgemeinschaft Melusi und ist umgeben von einem eigenen Garten. 
 
 
Das Haus ist in einem relativ guten Zustand. Da es in letzter Zeit als Gästehaus genutzt wurde, müssen wir uns noch einige Dinge in den nächsten Tagen besorgen. So braucht es ein paar Stühle, einige Küchenutensilien, eine kleine Lampe ... und vor allem eine Waschmaschine und einen Kühlschrank. Aber das ist überschaubar. Auch ein paar handwerkliche Dinge werden wir in den nächsten Wochen in Angriff nehmen, damit wir uns dann in unserem neuen Zuhause wirklich auch Zuhause fühlen.
 
Ben.Luca bearbeitet die Laufräder

Das gesamte Gelände von Melusi ist absolut schön und wirklich gepflegt. Wir werden in den nächsten Tagen immer mal einige Bilder zeigen und erklären, was alles so läuft. Auf alle Fälle sind wir sehr gespannt, was uns die nächsten Tage erwarten wird und wie sich das Leben und bald auch das Arbeiten in Melusi anfühlt.

Blick vom Haus

Freitag, 18. Februar 2011

Good-Bye Durban

Das Auto steht beladen mit all unserem Gepäck abfahrbereit vor unserem Haus. Es kann losgehen. Und es wird nun endlich losgehen. Morgen früh 6.00 Uhr starten wir und ziehen das 11. Mal in den letzten 8 Monaten um. Doch dann hoffentlich für lange Zeit das letzte Mal, denn wir fahren nach Dundee zum Melusi-Projekt., in dem wir mindestens für die nächsten beiden Jahre mitarbeiten möchten. Wir sind froh, dass es nun soweit ist und sind echt gespannt, was uns erwarten wird. Wie sieht unser Haus aus? Werden wir uns darin wohlfühlen und wird es für uns wirklich zu einem Zuhause? Welche Leute werden wir dort treffen und finden wir auch unseren Platz in der Arbeit? Wie nehmen die Kinder den erneuten Wechsel auf? ...


Heute hatten wir zum Abschluss unseres Einführungskurses einen Gebetsvormittag und sind danach gemeinsamen in einen Park zum Picknick gefahren. Es hat zwar etwas gedauert bis wir auch einen schattigen Platz gefunden hatten, aber dann war es ganz nett. Und wie bei jedem richtigen südafrikanischen Picknick wurde natürlich auch gegrillt. Für uns das zweite Grillen in diesem Jahr. Das erste Mal war noch in Deutschland bei -10°. Heute war es doch deutlich wärmer und unter den der riesen Palme ließ es sich auch gut aushalten.


Mittwoch, 16. Februar 2011

Hasenfutter & Fuchsschwanz

Südafrika ist wirklich multikulturell. Denn neben vielen schwarzen Volksgruppen, den europäischstämmigen Weißen und den Farbigen leben mehr als 1,5 Millionen indischstämmige Menschen in Südafrika. Die meisten von ihnen wohnen in Durban oder Umgebung und prägen das Stadtbild sehr. Sie leben in ihrer eigenen Kultur - die aus der indischen abstammt und sich doch mittlerweile zu einer eigenen Kultur entwickelt hat. Heute haben wir einen kleinen Geschmack davon bekommen, denn wir haben  "Bunny Chow" [frei übersetzt: Hasenfutter] gegessen. Dies ist eine typische Spezialität der Inder in Durban. Es ist scharf gewürtztes Fleisch mit Kartoffeln [sogenanntes Curry] in einem ausgehöhlten Brot. Ganz ehrlich: Man kann sich gut daran gewöhnen.


Heute war wieder mal praktisches Arbeiten angesagt. Während Madeleine auf unsere Kids und zwei kleine schwarze Kinder aufgepaßt hat, war Stephan mit einigen Männern dabei, die Bäume auf unserem Grundstück von Ästen zu befreien, die zu nah an das Haus gewachsen waren. Unser Werkzeug bestand vor allem aus einem Fuchsschwanz und einer Art großem Buschmesser. Vor allem bei den dickeren Ästen, die dummerweise aus dem härtesten Holz waren, haben wir uns eine Motorsäge gewünscht. Aber so gewöhnen wir uns langsam an afrikansiche Verhältnisse.

Dienstag, 15. Februar 2011

Bautzner Senf & Brot

Heute war wieder ein "normaler" Unterrichtstag unseres Einführungskurses. Da wir einige Infos schon in unserem Vorbereitungskurs in Deutschland hatten, war es nicht ganz so spannend. 
Spannend war dagegen, in eine "deutsche" Fleischerei ganz in unserer Nähe zu gehen. Das erste was aufgefallen ist, war echter Bautzner Senf. Wir haben aber nichts gekauft, da wir auf deutsches Fleisch und auch deutschen Senf momentan noch verzichten können. Das was uns hingegen wirklich fehlt, ist ein richtiges Brot. Also nicht nur Weißbrot oder Toast, von dem man nicht das Gefühl hat, satt zu werden. Aber wahrscheinlich werden wir dies hier nicht zu kaufen bekommen und irgendwann einfach mal anfangen, unser eigenes Brot zu backen.

Sonntag, 13. Februar 2011

Ohrenbetäubend

Mit diesem Wort kann der Zulu-Gottesdienst, den ich [Stephan] heute besucht habe, gut zusammengefasst werden. Man war gewillt, die miese Qualität der Boxen durch Lautstärke zu ersetzen. Das Ergebnis war, dass mir noch zwei Stunden später, die Ohren wehtaten. Ansonsten war es aber eine gute Erfahrung - auch wenn der Gottesdienststyle für Europäer etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Außer dem Gottesdienst stand am Wochenende nicht viel an und wir haben die freie Zeit und das Meer genossen. Gerade an Tagen, an denen wir uns entspannen können, merken wir erst, wie anstrengend die letzten Wochen und Monate waren. Vor allem das Gefühl, kein eigenes Zuhause zu haben & seit Monaten aus dem Koffer zu leben, ist etwas, was vor allem Madeleine im Moment sehr schlaucht. Daher freuen wir uns schon sehr darauf, nächstes Wochenende endlich in unserem zukünftiges Zuhause anzukommen.