Mittwoch, 5. Oktober 2022

Melusi im Herzen

Nun ist es bereits vier Monate her, dass wir Südafrika verlassen haben. Aber noch immer vergeht kein einziger Tag, an dem wir Melusi nicht vermissen. Noch immer sind unsere Herzen mehr in Südafrika als hier in Deutschland. Die vergangenen elf Jahre werden für immer ein ganz besonderer Schatz für uns als Familie bleiben. Wir blicken unendlich dankbar und beschenkt auf diese Zeit zurück.

Familienbild mit den Leitern von Melusi und unseren Freunden Peter & Angeline Hambidge

Umso größer war unsere Freude als Mitte September die langjährigen Leiter von Melusi und unsere engen Freunde Peter & Angeline Hambidge, die Möglichkeit hatten, uns für ein paar Tage in unserem neuen Zuhause zu besuchen. Es waren enorm kostbare Momente. Es fühlte sich so "normal" und gleichzeitig so besonders an: gemeinsam zu essen, über Melusi zu reden, miteinander zu lachen, zusammen zu weinen, einfach Leben miteinander zu teilen und gemeinsam unterwegs zu sein.

Für das Wochenende als Peter & Angeline bei uns waren, haben wir alle ehemaligen Melusi Mitarbeiter aus Deutschland, Schweiz und den Niederlanden zu einem Treffen nach Eppstein eingeladen. Diese Tage waren in vielerlei Hinsicht überwältigend. Knapp 80 Leute [inklusive Ehepartner und Kinder] kamen und machten dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auch wenn viele von ihnen sich gar nicht kannten, da sie in unterschiedlichen Jahren in Melusi waren, gab es ein Miteinander und eine Vertrautheit, die unvorstellbar waren. Es war wie ein großes und wunderschönes Familientreffen.

 
Für uns als Familie waren die Tage mit Peter & Angeline und in besonderer Weise auch das Ehemaligentreffen ein absoluter Segen. Viele Erinnerungen kamen wieder hoch, viele Geschichten wurden erzählt, vieles aus den vergangenen elf Jahren wurde noch einmal lebendig. 
Als wir unser Leben in Deutschland aufgaben, um den Schritt ins Ungewisse zu wagen und nach Südafrika zu gehen, ahnten wir nicht, wie reich GOTT uns in dieser Zeit beschenken würde. Wir durften erfahren: GOTT ist treu und ER hält an seinem Versprechen fest:

 "Jeder, der seine Heimat oder seine Brüder und Schwestern oder seine Eltern oder Kinder oder Äcker zurücklässt, weil er sich ganz zu mir stellt, der wird das alles hundertfach zurückbekommen und außerdem das Leben erben, das nie enden wird." [Matthäus 19.29 / Die Bibel]

Wir haben in Südafrika ein Zuhause fernab unserer eigentlichen Heimat gefunden. Wir wurden mit einer großartigen südafrikanischen Familie gesegnet. Wir haben weltweit Freunde gewonnen. Wir durften ein Segen sein und wurden dadurch selber gesegnet und überreich beschenkt. Auch wenn wir nun nicht mehr vor Ort sind, dürfen wir weiterhin Teil der Melusi Familie sind. Melusi im Herzen.

Melusi Familie in Eppstein [September 2022]





Dieser Blog über unser Leben in Südafrika kommt hiermit zu einem ENDE. 
DANKE für euer Interesse. GOTT mit euch.

Mittwoch, 20. Juli 2022

Alan ist wieder gegangen

"Alan ist wieder gegangen" lautete vor ein paar Tagen eine Nachricht im Melusi Chat. Obwohl wir nun schon einige Wochen in Deutschland sind und langsam Abstand von Melusi bekommen, hat mich [Stephan] diese Nachricht doch getroffen. Hunderte Männer haben wir in unseren Jahren in Melusi begleitet, an hunderten Schicksalen Anteil genommen. Dabei wurden wir unzählige Male enttäuscht und durften doch immer wieder erfahren, wie Männer durch ihre Zeit in Melusi gesegnet worden und neue Hoffnung fanden.

Hoffnung war das, was Alan gar nicht mehr hatte als er im Februar nach Melusi kam. Er lebte seit über 30 Jahren auf der Straße, hatte jeglichen Kontakt zu seinen Angehörigen abgebrochen, wurde regelmäßig überfallen und ausgeraubt und strahlte überhaupt kein Leben mehr aus. Alan war nur noch Haut und Knochen. Schon lange hatte er nicht mehr richtig gegessen. Er lebt von Abfällen oder dem, was Leute ihm aus Mitleid gaben. Alan hatte alle Würde und Hoffnung verloren. 
Seine ersten Tage bei uns waren für ihn eine echte Qual. Er litt unter Entzug und es strengte ihn an, permant von Menschen umgeben zu sein. Er wollte allein sein und seine gewohnte Freiheit auf der Straße "genießen". Das einzige Mal, dass ich Alan in dieser Zeit lächeln sah, war als er mir sagte, dass er wieder geht. Alles würde gut, er bräuchte ja nur vor Einbruch der Dunkelheit einen Busch finden.

Schon wenige Wochen nachdem Alan Melusi verlassen hatte, klopfte er wieder an unserer Tür. Er war erneut ausgeraubt worden, hatte zum wiederholten Male alles verloren und war einfach müde. Wir gaben ihm eine neue Chance und dieses Mal veränderte sich etwas. Langsam kehrte Leben in ihn zurück und als MYC [Melusi Jugendkonferenz] lief, war Alan kaum wiederzuerkennen. Er sang voller Hingabe mit, sammelte fleißig Müll ein und schien sogar, richtig Freude daran zu haben. Hoffnung und Zuversicht kehrte in sein Leben zurück. 

Kurz vor unserem Abschied sprachen wir über seine Gedanken, noch etwas in Melusi zu bleiben und dann einen Platz in einem Altersheim zu suchen. Alan klang zufrieden und hoffnungsvoll - was für eine Veränderung. Doch nun - nur wenige Wochen später - ist Alan wieder gegangen, doch nicht wie erhofft in ein Altersheim, sondern zurück auf die Straße. Den wirklichen Grund kennt keiner und wir können nur erahnen, welche enorme "Anziehungskraft" sein gewohntes Leben auf der Straße für ihn hat.

Alan's Geschichte steht exemplarisch für viele unserer Männer. Die Zeit in Melusi tut ihnen unwahrscheinlich gut, Dinge beginnen sich in ihrem Leben zum Guten hin zu verändern und doch ziehen viele irgendwann in ihrer gewohnten Weise weiter oder werden rückfällig. Dies ist nicht immer einfach auszuhalten. Dies zu verstehen und zu akzeptieren fällt schwer, hatten wir doch so viel Hoffnung für sie. Wir hatten doch so oft für sie gebetet und Gott um ein Wunder angefleht.
 
In all diesen Jahren ist mir sehr bewußt geworden, dass trotz aller Mühe und allem Einsatz es nicht in unserer Kraft liegt, Menschen grundlegend zu verändern. Dies kann nur Gott. Nur Er kann vergeben, nur Er kann die Wunden der Vergangenheit heilen, nur Er kann Versöhnung ermöglichen, nur Er kann neue Hoffnung schenken, nur Er kann inneren Frieden geben - nur Er kann. 
Unsere Berufung in allem ist es, den Menschen und vor allem den "Geringsten" in Gottes Liebe zu begegnen, ihnen treu zu dienen, barmherzig und gnädig mit ihnen zu sein und sie zu einem Leben mit Jesus einzuladen. "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan."[Die Bibel / Matthäus 25.40]
Der Rest liegt in Gottes Hand. Ihm vertrauen wir. Was Er in unseren Männern angefangen hat - auch in Alan -, wird Er zu seinem Ziel führen - in Melusi oder woanders.

Freitag, 8. Juli 2022

Melusi Website

Melusi hat eine neue Website und es lohnt sich definitiv, dort mal vorbeizuschauen: www.melusi.com


Donnerstag, 16. Juni 2022

Abschied und Ankunft

 
Wir hatten wirklich einen schönen Abschied von Melusi - einen tollen Freundesabend und einen sehr bewegenden Abschiedsgottesdienst. Diese letzten Tage und die vielen Begegnungen mit unserer Melusi Familie und unseren Freunden waren für uns sehr berührend.
 
 
Umso schwerer war dann der Tag des Abschieds von Melusi. Unser Team und unsere Residents hatten sich vor unserem Haus versammelt, haben für uns gebetet und uns endgültig Tschüß gesagt. Auch wenn dies nun schon zwei Wochen her ist, haben wir allein bei dem Gedanken daran, noch immer Tränen in den Augen...


Unbeschreiblich schön war, dass Freunde für uns noch eine ganz besondere Überraschung vorbereitet hatten: Jo.Ann's Lehrerin [eine gute Freundin von uns] stand mit ihrer Schulklasse an der Straße, um uns zu winken und nur wenige Kilometer weiter, stand ihr Mann mit seinen Arbeitern. Diese Bilder werden wahrscheinlich für immer in unserem Herzen sein.

Für immer in unserer Erinnerung wird leider auch die Beamtin bleiben, die auf dem Flughafen in Johannesburg unsere Reisepässe kontrollierte. Da Stephan noch immer auf die Ausstellung eines neuen Visa wartete, konnte er kein gültiges Visa für Südafrika vorweisen. Dies war zwar nicht unsere Schuld, doch wurde es zu unserem Problem. Obwohl es aktuell - aufgrund der langen Bearbeitungszeiten - für genau solche Fälle eine Ausnahmeregelung gibt, wurde Stephan trotzdem für fünf Jahre von einer Widereinreise gebannt. Am Ende eines sowieso schon sehr emotionalen Tages war dies für uns alle ein echter Schock. Traurig und wütend haben wir wenig später Südafrika verlassen.

Dafür war dann das Willkommen in Deutschland umso herzlicher. Ein Teil unserer Familien und zwei Freunde haben uns super lieb auf dem Flughafen in Empfang genommen. Sie konnten es kaum erwarten uns nach drei Jahren endlich wieder in die Arme zu nehmen...

Bevor wir im Februar 2011 zum ersten Mal in den Flieger nach Südafrika gestiegen sind, haben wir uns mit unseren Familien in der Flughafenkapelle zum Gebet getroffen. Das Gleiche haben wir nun auch nach unserer endgültigen Rückkehr aus Südafrika gemacht. Ein ganz besonderer Moment nach ganz besonderen Tagen.

Samstag, 28. Mai 2022

Die letzten Tage

Die Tage verlaufen momentan alles andere als normal. Es sind unsere letzten Tage in Melusi und uns fällt es schwer in Worte zu fassen, wie es uns geht und wie wir diese besondere Zeit empfinden. Es fühlt sich alles so unwirklich an - noch sind wir mittendrin, noch genießen wir das Leben in Melusi, doch schon in wenigen Tagen wird dies alles zu Ende sein. Vorstellen können wir uns dies nicht, darüber nachdenken wollen wir auch nicht. 

Unser Haus ist - nach endlosen Sortieren - nun fast aus- und aufgeräumt. Sieben von zehn Koffern sind schon gepackt. Viele Dinge haben wir weitergegeben oder in unserem Haus für die nächste Familie gelassen. Es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, was man nach elf Jahren mitnimmt, wenn jeder nur zwei Koffer Reisegepäck hat. 
 
 
Neben dem Packen ist es nun an der Zeit, Dinge ein letztes Mal zu machen: die letzte Predigt, das letzte Team-Meeting, das letzte Mal zum Outreach gehen, das letzte Fußball-Spiel, der letzte Schultag, das letzte Mal auf dem Berg Spazierengehen, das letzte Mal Einkaufen, die letzte Übernachtungsparty, der letzte Spiele-Nachmittag ...

 
 
Gleichzeitig treffen wir uns mit vielen Freunden, werden zum Essen eingeladen oder sehen Leute in der Stadt, um uns zu verabschieden. Dies ist eigentlich noch schwieriger als das Packen, da wir wissen, dass wir viele von unseren Freunden nicht so schnell wieder sehen werden. Bei aller Freude am gemeinsamen in Erinnerung-Schwelgen überlagert der Abschiedsschmerz doch alles. 
 
 
Heute Abend haben wir eine große Abschiedsfeier mit der Melusi Gemeinschaft und einigen Freunden, morgen gibt es dann einen großen Abschiedsgottesdienst und am Mittwoch geht es dann letztendlich los. Es stehen uns noch einige sehr emotionale Tage bevor...

Freitag, 6. Mai 2022

MYC 2022

MYC - Melusi Jugendkonferenz 2022: 3 unwahrscheinlich volle Tage, täglich hunderte Jugendliche, unzählige Helfer in der Küche und auf dem ganzen Gelände, endlose Schlangen vor der Essensausgabe, unbegrenzte Begeisterung beim Spielen und Tanzen, tiefe Hingabe im Lobpreis, gespanntes Zuhören bei den Predigten und jedes Mal eine Menge Aufregung [Menge klingt besser als Chaos], sobald es wieder nach Hause ging.

MYC 2022 war für uns sehr beeindruckend. Auch wenn wir am ersten Tag völlig überrannt worden und einiges anpassen mussten, durften wir Gottes Gegenwart und seine Gnade in allem erfahren. JESUS - unsere lebendige Hoffnung: dies war nicht nur das Motto von MYC 2022, sondern wurde auch in vielen Leben sichtbar. Dies war definitiv das Schönste an diesen Tagen.

Dienstag, 3. Mai 2022

MYC 2022 [2. Tag]

MYC - Melusi Jugendkonferenz 2022: Waren wir am ersten Tag noch überwältigt von der schieren Menge an Gästen, hatten wir zum zweiten Tag hin einiges verändert [mehr Stühle, mehr Toiletten, mehr Essen ...]. Es wurde wahrscheinlich einer der besten MYC Tage, die wir je hatten. 900 Leute und dennoch kein Chaos, sondern enorm viel Begeisterung und eine tolle Atmosphäre. Am Ende des Tages waren wir voller Dankbarkeit - was für ein großartiges Erlebnis für unsere Jugendlichen und unser Team.

Sonntag, 1. Mai 2022

MYC 2022 [1. Tag]

MYC - Melusi Jugendkoferenz 2022: Mit 500-600 Leuten hatten wir ungefähr gerechnet und auch für diese Menge alles vorbereitet. Doch schon als gestern Morgen die ersten Taxis und Busse nach Melusi kamen, ahnten wir, dass es dabei nicht bleiben wird. Wir wurden völlig überrannt: das Zelt platzte aus allen Nähten, die Stühle reichten hinten und vorne nicht... Am Ende waren wir mehr oder wenige 1000 Leute. Madeleine und ihr Küchenteam hatten alle Hände voll zu tun, immer mehr wurde gekocht und immer mehr wurde gebetet, dass das Mittag für alle reichen würde. Und tatsächlich, obwohl die Schlangen vor der Essensausgabe kein Ende nehmen wollte, hat es zum Schluss für alle gereicht. Wahnsinn. GOTT sei Dank.

Es war unglaublich zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder und Jugendlichen nach Melusi kamen. Schon der erste Tag hat bei weitem alle unsere kühnsten Träume übertroffen.

Sonntag, 17. April 2022

Road Trip Südafrika

Bevor wir Südafrika in wenigen Wochen verlassen werden, hatten wir die Möglichkeit, dieses wunderschöne Land noch einmal ausführlich zu bereisen. In zwei größeren Tagesetappen ging es zum Start nach Kapstadt [1500km]. Dort nahmen wir an einer Konferenz teil, besuchten Freunde und genossen diese großartige Stadt.

Von Kapstadt aus ging es dann Stück für Stück am Indischen Ozean entlang Richtung Heimat. Auf unserer zweiwöchigen "Rückfahrt" haben wir an neun verschiedenen Orten übernachtet, das Meer direkt vor unserer Haustür genießen dürfen, viele Strandspaziergänge gemacht, die fantastische Natur bewundert, vielleicht zum letzten Mal Elefanten aus unserem Auto aus beobachtet, die unterschiedlichen Welten in Südafrika bestaunt und als Familie jeden einzelnen Tag genossen.

Diese Südafrika-Rundfahrt war für uns ein toller Abschied von einem großartigen Land - einem Land, welches wir in den letzten Jahren lieben gelernt haben und was für uns zu einem Zuhause geworden ist.

Deutlich mehr Bilder und Eindrücke unserer Reise gibt es hier: BILDERSHOW

4300km sind wir insgesamt gefahren. Die meisten Strecken waren recht gut ausgebaut, doch gab es auch eine böse Überraschung auf dem Weg zu unserer letzten Zwischenstation. Für die letzten 40 Kilometer brauchten wir eine komplette Stunde ...

Sonntag, 6. März 2022

Home schooling

Home schooling Elisa.Joy - November 2012 und heute

Seit Anfang diesen Jahres gehen Elisa.Joy und Ben.Luca nicht mehr in die südafrikanische Schule, sondern bereiten sich in Melusi mit speziellem Lernmaterial gezielt auf die Schule in Deutschland vor. Seit Beginn ihrer Schulzeit haben unsere Kinder zusätzlich zur Schule in Südafrika jeden Tag Zuhause eine Stunde Deutsch gelernt. Dafür haben wir ein deutsches Fernschulmaterial genutzt, welches sehr hilfreich für unsere Kinder war.

Doch mit dem bevorstehenden Umzug nach Deutschland müssen unsere beiden Großen noch so einiges nachholen, um gut in der Schule zurecht zu kommen. So lernen sie nun jeden Morgen mit Hilfe von zwei Lernhelfern [DANKE Doreen und Sophia] gezielt Deutsch, Mathe und Französisch. Vor allem in Französisch haben sie so einiges nachzuholen, da sie dies bisher nicht lernen mussten. Auch wenn die Umstellung für unsere Kinder auf die Schule in Deutschland bestimmt herausforderend sein wird, so glauben wir doch, dass wir sie mit diesem speziellem Unterricht gut vorbereiten können.

Ben.Luca und seine Lernhelferin

Sonntag, 20. Februar 2022

Good bye Garten-Garth

Es war schon ein kleiner Schock als Garth uns vor wenigen Tagen mitteilte, dass er Melusi verlassen wird. Er gehörte als Resident fast vier Jahre zu unserer Gemeinschaft und hat in dieser Zeit, den Melusi Gemüsegarten geleitet. Unter seiner Leitung haben wir die Größe des Garten fast verdoppelt. Nie sah unser Garten besser aus und vor allem nie haben wir mehr geerntet und konnten mehr Gemüse an Bedürftige verteilen. Garth war ein extrem harter Arbeiter und ein großer Segen für Melusi und hunderte Menschen, die wöchentlich von unserem Garten profitieren.

Unsere Tagesernte: Ein hänger voller Maiskolben

Nun zieht Garth weiter. Er sucht eine neue Herausforderung und möchte in einem großen Kinderheim an der Küste ein ähnliches Gartenprojekt aufbauen. Für uns ist dies ein enormer Verlust und wir müssen nun so einiges neu Organisieren. Ein Garten ohne Garth war in den letzten Jahren gar nicht vorstellbar. 

Zu unser Überraschung hat sich ein Ehepaar aus unserem Team sofort bereiterklärt, die Verantwortung für den Garten zu übernehmen.


 

Montag, 14. Februar 2022

Lieblingsurlaub

Ein letztes Mal. Immer wieder kommen wir nun in Situationen, in denen wir Dinge "ein letztes Mal" hier in Südafrika machen. Es ist in gewisser Weise ein Abschiednehmen auf Raten. 
In den letzten Tagen hatten wir noch einmal die Möglichkeit, an unseren Lieblingsurlaubsort am Indischen Ozean zu fahren. Gemeinsam mit einer Freundin aus Melusi konnten wir diese Zeit ausgiebig genießen: herrliches Wetter, Traumstrände, Schwimmen im warmen Meer, leckeres Essen, tolle Natur ... 
Es war wirklich ein toller Abschied von diesem wunderschönen Ort und wir wissen uns beschenkt, dass wir solche Momente erleben dürfen. Ein letztes Mal. [Bildershow]

Dienstag, 25. Januar 2022

Höhlenwanderung

Wandern in den Drakensbergen waren wir schon öfters. Gezeltet hatten wir auch schon mehrmals im Gebirge. Doch in einer Höhle hatten wir noch nie übernachtet.
Nun war es an der Zeit und gemeinsam mit drei Freunden haben wir uns aufgemacht. Auch wenn die Strecke bis zur Höhle nur 8,5 km lang war, so hatte sie es doch in sich. Die letzten drei Kilometer ging es durch ein Flußbett und da es vorher viel geregnet hatte, wurde dieser Abschnitt doch recht abenteurlich. Mehrmals mussten wir den Fluss durchqueren - nicht immer ganz einfach mit einem großen Rucksack auf dem Rücken.
Doch der Aufwand lohnte sich. "Unsere" Höhle war super groß, wunderschön gelegen und hatte sogar einen eigenen Wasserfall. Wir haben um's Feuer gesessen, Pasta gegessen und einfach die Natur und Abgeschiedenheit genossen. Selbst das Schlafen auf unseren Isomatten ging viel besser als gedacht.
Es war ein tolles Erlebnis. Einzigartig. Wunderschön. [Bildershow]

Sonntag, 16. Januar 2022

Ein denkwürdiger Nachmittag

Wir wollten es ihnen persönlich sagen. Mit Baba Eric, Mama Maria, Smangele, Nomusa, Sylvia und Lovey haben wir eine enge Verbindung. Jeder einzelne hat unser Leben enorm bereichert. Mit jedem einzelnen haben wir eine gemeinsame Geschichte. In jedem einzelnen Leben ist Gottes Güte in den letzten Jahren groß geworden und wir durften dies miterleben. Gott hat sie in seiner Barmherzigkeit berührt, sie von Abhängigkeiten und Geisterglauben befreit, ihnen neue Hoffnung und neues Leben geschenkt. Wunderbare Geschichten der Liebe Gottes.

Nun war es an der Zeit ihnen zu sagen, dass wir in wenigen Monaten Melusi verlassen werden, um nach Deutschland zurückzukehren. Dazu hatten wir sie zu uns nach Hause eingeladen. Es wurde ein denkwürdiger Nachmittag für uns alle. Schon beim Abholen haben sie gesungen und die Gemeinschaft genossen. Voller Freude saßen wir in unserem Garten zusammen, haben Erinnerungen ausgetauscht und gemeinsam gegessen. 
Emotional wurde es, als wir über unseren Abschied sprachen. Hatten wir noch kurz vorher gemeinsam gelacht, so haben wir nun zusammen geweint. Es war berührend und befreiend zugleich.

Nachdem der erste Schock vorbei war, durften wir noch gemeinsam singen und beten. In diesen Momenten ist uns neu bewußt geworden, wie reich wir in unserer Zeit in Melusi beschenkt wurden. Gott hat durch uns Menschen gesegnet und wir sind durch sie gesegnet wurden.

Freitag, 31. Dezember 2021

Weihnachten in Familie

Dieses Jahr haben wir unser 11. Weihnachten in Südafrika gefeiert und mit unserer Entscheidung, im nächsten Jahr nach Deutschland zurückzukehren, war es vorerst unser letztes Weihnachten in Melusi. Von daher haben wir diese Tage besonders genossen und ganz bewusst gefeiert. Noch einmal Weihnachten feiern, wie es unsere Kinder kennen: Baden am Nachmittag [trotz kaltem Wetter, aber Tradition muss sein], Freunde einladen und mit ihnen gemeinsam feiern, selbstgebackenen Stollen essen, die Weihnachtsgeschichte selber spielen, Geschenke unterm Weihnachtsbaum, Bescherung mit großer Freude und natürlich Grillen [trotz heftigem Platzregen].
Am 25. Dezember haben wir uns als Gemeinschaft am Melusi-See getroffen. Es war wieder unwahrscheinlich bewegend, gemeinsam mit unseren wohnungslosen Männern zu feiern. Für einige von ihnen war es das erste Mal, dass sie zu Weihnachten ein Geschenk bekommen haben. Andere konnten sich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal nüchtern Weihnachten gefeiert haben... 
Für uns hingegen war es das letzte Mal Weihnachten mit unserer Melusi-Familie. [Weihnachtsbilder]

Familienbild vor dem WM-Stadion in Durban

Montag, 20. Dezember 2021

Melusi Familie

Auch wenn es vielleicht nicht das beste Bild ist, so gibt es doch einen guten Eindruck von unserer Lebensgemeinschaft im Moment: es ist ziemlich lebendig. Aktuell gehören 38 Leute aus vier Ländern mit sechs unterschiedlichen Sprachen zu Melusi - inklusive 15 Kinder im Alter von 2-15 Jahren. Es ist wie in einer Großfamilie.
 
Leider fehlen auf dem Bild Sister Lynn, die älteste Bewohnerin von Melusi und einer unserer Kurzzeitler. Er lag zu diesem Zeitpunkt krank im Bett und wurde einen Tag später positiv auf Corona getestet. Kurz darauf waren es dann schon vier Mitarbeiter, die den Virus hatten. 
Leben in Gemeinschaft bringt den großen Vorteil mit sich, dass man auch in solchen Momenten nicht wirklich allein ist. Man wird gut versorgt und hat immer wieder Leute, die einen mit etwas Abstand besuchen kommen. Doch der Nachteilt daran ist, bevor man die Kranken isolieren kann, sind die Nächsten schon angesteckt und der Virus hat leichtes Spiel sich auszubreiten. Es ist wie in einer richtigen Familie.

Sonntag, 5. Dezember 2021

Ben.Luca's Abschlussfeier

Im Januar 2014 startete Ben.Luca's Schulkarriere an der Uelzen Primary School. Endlich durfte er die Vorschulklasse besuchen und war mächtig stolz darauf. Nun kanpp acht Jahre später verabschiedet Ben.Luca sich von Uelzen. Noch immer hält er seine Schwester stolz im Arm, wobei sich die Größenverhältnisse leicht verändert haben ...

Zur Abschlussfeier seiner Klasse hatte sich aber nicht nur Ben.Luca, sondern auch alle seine Kumpels mächtig herausgeputzt.

Dienstag, 23. November 2021

Visa-Chaos

Vor mehr als elf Monaten haben wir eine Verlängerung unserer Visa beantragt. Damals wurde uns gesagt, dass wir mit einer Bearbeitungszeit von ca. sechs Wochen rechnen können. Ziemlich zuversichtlich sind wir nach Hause gefahren und haben auf unsere neuen Visa gewartet. Seitdem ist viel Zeit vergangen und aus Zuversicht ist Frust geworden.

Da es keine Familienanträge gibt, sondern jeder einen eigenen Antrag einreichen muss und diese dann auch separat bearbeitet werden, haben wir nun auch fünf unterschiedliche Situationen.
Madeleine ist momentan die einzige, die ein gültiges Visa für den Zeitraum hat, in dem wir noch in Südafrika sein werden. Nach zehnmonatiger Wartezeit konnten wir es vor zwei Wochen tatsächlich abholen.
Stephan's Visaantrag wurde jedoch abgelehnt. Ein Dokument, welches bei Madeleine ohne Probleme akzeptiert wurde, war angeblich unzureichend. Der Bearbeiter bemängelte, dass auf dem Stempel des Arztes die konkrete Anschrift fehlte... Nun hatte Stephan zehn Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. Dafür mussten noch einmal alle Unterlagen vom letzten Jahr persönlich beim Visa-Büro [300km entfernt] eingereicht werden. Nun geht das Warten wieder von vorne los.
Jo.Ann's Antrag wurde bereits im März genehmigt. Doch leider hat sie nur ein Visa bis Ende diesen Jahres bekommen. So ist sie mit Stephan gleich mitgefahren  und wir haben eine erneute Verlängerung beantragt.
Einen Tag nachdem wir beim Visa-Büro waren, erhielten wir die Nachricht, dass Ben.Luca's Antrag nun auch bearbeitet wurde und wir es abholen können. Doch momentan warten wir noch ab. 
Vielleicht wird ja auch noch der Antrag von Elisa.Joy demnächst bearbeitet und wir können die beiden Visa gleichzeitig abholen. Aber vielleicht wird auch ein weiterer Antrag abgelehnt und wir müssen noch einmal Einspruch einlegen. Wir sind gespannt und hoffen einfach nur, dass wir demnächst alle ein gültiges Visa haben.

Donnerstag, 11. November 2021

Große Helfer, tolle Freunde

Es war nun schon das zweite Mal, dass wir eine Gruppe aus einer Gemeinde in Fulda zu Gast bei uns hatten. Für zwei Wochen kamen sie, um uns beim Bau eines neues Geräteschuppens für unseren Gemüsegarten und in vielen anderen praktischen Dingen zu unterstützen. Zugleich wollten sie natürlich auch einen Einblick in die vielfältige Arbeit von Melusi bekommen.
Für uns war ihr Besuch sowohl eine großartige Unterstützung, wie auch eine tolle Ermutigung. Harry, Edith, Laura, Julia, Harry und Dave sind als Helfer angereist und haben uns als Freunde verlassen. DANKE.

Dienstag, 2. November 2021

Kleine Jungs, große Freude

Am Samstag stand das große Finale der städtischen Fuball-Liga für Jungs unter 13 Jahre an. Unser Team Melusi United hatte im Vorfeld ihre Staffel gewonnen und spielte nun gegen den anderen Gruppensieger. Für unsere "kleinen" Jungs ein großer Ereignis.

Der Platz und die Umstände waren zwar nicht einem Finale würdig, aber die Jungs schien dies nicht sonderlich zu stören. Es war ihre große Chance. Sie spielten mit viel Einsatz und Begeisterung und führten zur Halbzeit verdient mit 1:0.
Auch in der zweiten Halbzeit waren sie das bessere Team und drängten auf ein weiteres Tor. Doch daraus wurde nichts mehr. Der Schiedsrichter hatte sich mit der Zeit verrechnet und pfiff viel zu früh ab. Auf unsere Nachfrage, ob die zweite Halbzeit wirklich 20 Minuten war, sagte er nur: "Natürlich, ich habe 10:12 Uhr angepfiffen und bis 10:23 Uhr spielen lassen." Nach seiner Mathematik waren dies 20 Minuten.
Naja, unseren Jungs war dies egal und das lange Warten auf ihren Pokal konnte beginnen...


Bevor der Pokal endlich organisiert war und noch weitere Finalbegegnungen ausgetragen wurden, dauerte es noch fünf Stunden bis zur Siegerehrung. Da bis dahin dann doch schon alle Fans gegangen waren, kamen die Jungs voller Stolz noch einmal zum Feiern nach Melusi. Auch der Regen konnte ihrer guten Laune nichts anhaben.
Den Abschluß und Höhepunkt der großen Feierlichkeit bildete eine "Siegesfahrt" mit Hupen und lautem Singen und Tanzen durch die kleine Siedlung, in der die meisten Jungs wohnen und die von kaputten Familien und extrem hoher Kriminalität geprägt ist.


Aktuell spielen zwischen 80-100 Jungen und auch ein paar Mädchen für unser Fußball Team Melusi United. Vor allem die U10 und U13 werden ständig von neuen begeisterten Spielern überrannt. Natürlich kommen sie in erster Linie, um Fußball zu spielen. Doch uns geht es um weit mehr. Wir wünschen uns sehr, dass sie Jesus kennen lernen und trotz ihrer Lebensumstände, Hoffnung und Freude für ihr Leben finden. Dies wäre der größte Sieg.